Winston Churchill zur Krim-Krise

Winston Churchills Rede vor dem US-Kongress zur Kirm-Krise und zu Russlands Annexion der Halbinsel:

Winston Churchill

Winston Churchill 1943
Bild: Public Domain

Ein Land wie Ihres, das immense Gebiete und Wohlstand sein eigenen nennen kann, dessen Verteidigung vernachlässigt wurde, kann Krieg nicht vermeiden indem es die Grauen des Krieges erhöht, oder sogar durch ständiges Bezeugen seiner Friedfertigkeit oder indem es die Opfer von Aggression woanders ignoriert. Krieg wird in den jetzigen Umständen ausschließlich durch die Ansammlung von Abschreckungsmitteln gegen den Aggressor vermieden.

Ich habe den unkontrollierten und unverantwortlichen Abstieg dieser berühmten Nation beobachtet, dessen Treppen in einem dunklen Loch enden werden. Wenn eine tödliche Katastrophe die amerikanische Nation und die westliche Welt überkommen sollte, werden Historiker noch in tausenden Jahren unverständlich auf unser Verhalten schauen. Sie werden nie verstehen, dass eine siegreiche Nation, mit allen Mitteln in ihrer Hand, es zugelassen hat, dass alles was sie durch zahllose Opfer und absoluten Sieg erreicht hatte, ihm genommen werden.

Nun ist alles vorbei. Still, wehklagend, verlassen und gebrochen versinkt die Ukraine in Dunkelheit. Sie hat in jeder Hinsicht durch ihre Annäherung an die westlichen Nationen und die EU gelitten.

Ich nehme es unseren tapferen und loyalen Völkern, die bereit waren ihre Pflicht zu tun egal was der Preis wäre, nicht übel. Ich nehme ihnen die natürliche und spontan ausbrechende Freude nicht übel, auch nicht die Erleichterung als sie lernten dass ihnen keine schmerzhaften Qualen bevorstehen. Sie sollten es aber besser wissen. Sie sollten wissen, dass es große Nachlässigkeit und große Schwäche in unserer Verteidigung gibt. Sie sollten wissen, dass wir eine Niederlage ohne einen Krieg erlitten haben, deren Konsequenzen uns entlang unseres Weges begleiten werden.

Erwartet nicht, dass dies das Ende ist. Es ist nur der Beginn der Abrechnung. Es ist ein erstes Nippen, der erste Vorgeschmack des bitteren Gebräus, welches uns nun Jahr für Jahr serviert werden wird, bis wir uns wieder mit gesundeter moralischer Stärke und martialischer Bereitschaft erheben und fest Position beziehen für die Freiheit, wie in alten Zeiten.

Diese Rede ist ein Zusammenschnitt zweier Reden, die Sir Winston Churchill nach dem Anschluss Österreichs und dem Münchner Abkommen hielt.

Es bleibt nur die Hoffnung, dass die Tolerierung der russischen Aggression nicht auch der erste Schluck des bitteren Gebräus ist, den die Menschen in Europa und in Asien durch Russland und die VR China künftig zu trinken bekommen werden.

Zu viele westliche Staaten sind heute bereit Neville Chamberlain als außenpolitischen Ratgeber anzunehmen. Sollte sich die Geschichte wieder einmal wiederholen, werden wir alle bitter dafür bezahlen müssen, dass wir erstmals seit Rotchinas Annexion von Tibet 1951 eine militärische Aggression zur Gebietserweiterung toleriert haben.

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