Völkerwanderung und Schicksalsgemeinschaft

„Gote war, wer mit den Goten zog.“, so definierte sich die Schicksalsgemeinschaft dieses Volkes.

Das habe ich so einmal in einem Seminar an der Universität gelernt, als es um die West- und Ostgoten ging. Beide Stämme waren Jahrzehnte in der Völkerwanderung unterwegs. Immer wieder mit kurzen Ansiedlungen nach Verträgen mit Rom um anschließend wieder gegen die Römer zu kämpfen.

In tausenden Kilometern Route war es für das ursprünglich aus dem Ostseeraum stammende Volk selbstverständlich, dass sich das gotische Volk mit anderen Stämmen und Völkern vermischte. Sei es durch diplomatische Ehen, durch Geiseln, evtl. vielleicht auch geraubte Frauen, durch gemeinsame Siedlungsgebiete und durch Menschen, die sich dem Zug schlicht anschlossen, weil sie an seinem Ziel eine bessere Zukunft erhofften.

Wer aber neben einem einem Mann aus einem Balkanvolk in der Schlacht gegen die Römer gekämpft hatte, wem der Rücken durch so jemanden gedeckt und das Leben gerettet wurde, für den waren kleingeistige Überlegungen einer anderen Herkunft irrelevant. Wer den gotischen Königen gehorchte, mit den Goten kämpfte und notfalls auch mit den Goten starb, der war Gote.

Die neuen Deutschen?

Die neuen Deutschen?

 

Schicksalsgemeinschaft oder Parallelgesellschaft?

Daher müsste es nicht dramatisch sein, dass die ethnischen Deutschen in den ersten Städten in naher Zukunft nicht mehr die Mehrheit stellen.

Deutschland hat kaum geographische Barrieren, sodass Eroberer, Händler, Söldner und Zuwanderer über die Jahrtausende immer wieder unseren Genpool aufgefrischt haben. Ob Römer, Hunnen oder Slawen, immer wieder gab es Eroberer und Kriegszüge, die ohne Zweifel auch ihren genetischen Abdruck hinterlassen haben. Später breiteten sich die Deutschen dann selbst aus und germanisierten andere Völker. Selbst die deutsche Hauptstadt „Berlin“ hat mit „in“ eine slawische Endung, Saßnitz und Pankow zeigen den slawischen Einfluss genauso davon wie die Familiennamen von Clausewitz, Leibnitz, Noack oder Kroll. Der vermutlich beste deutsche Pilot des zweiten Weltkriegs, Hans-Joachim Marseille war, wie sein Nachname unschwer erkennen lässt, Nachkomme von hugenottischen Zuwanderern. Im Kaiserreich setzte erneut eine Wanderungswelle ein, als viele Polen in das Ruhrgebiet zogen, wo entsprechende Namensendungen heute noch sehr häufig sind. „Ethnisch reine Deutsche“ gibt es von daher nicht, anders als vielleicht bei den Inuit, die keinen nennenswerten Austausch mit anderen Völkern gehabt haben dürften.

Deutschlands Problem sind sicherlich keine erbeuteten Germanen, selbst wenn sie wegen eines dunkleren Hauttons weniger Sonnencreme brauchen. Allerdings kann es ein erhebliches Problem werden, wenn in den Städten in naher Zukunft immer mehr Menschen wohnen, die sich selbst überhaupt nicht als Deutsche sehen.

Völker verstehen sich als Schicksalsgemeinschaften, was im tiefsten Inneren unseres genetischen Codes liegt, da der Urzeitmensch nur in der Gemeinschaft überleben konnte. Wie Samuel P. Huntington völlig einleuchtend in „Kampf der Kulturen: Die Neugestaltung der Weltpolitik im 21. Jahrhundert“ erklärt, definieren sich aber Gruppen dadurch, dass andere nicht dazu gehören. Es ist fest im Menschen verwurzelt, dass er nach einer Gemeinschaft strebt, die wiederum nur durch Abgrenzung von Anderen überhaupt existieren kann. Entsprechend wird das Christentum erst zu einer identitätsstiftenden Religion, weil die anderen Menschen keine Christen sind. Entsprechend konnten aber auch „Schwarze Seminolen“ entstehen, weil sowohl die geflohenen afrikanischen Sklaven, als auch der Indianerstamm der Seminolen, sich vor den weißen Siedlern verstecken mussten.

Nur innerhalb einer Schicksalsgemeinschaft ist der Zusammenhalt stark genug, um dauerhaft zusammen zu halten und auch auf Kosten des eigenen Vorteils ein Stück weit für die Gemeinschaft freiwillig zurückzustehen. Dies geht bei großen Unterschieden auf äußeren Druck hin, wie in der Schweiz. Normalerweise aber geschieht dies durch eine identitätsstiftende Gemeinsamkeit, bei der auch im 21. Jahrhundert die Religion das Fundament ist, wie Huntington erklärt.

 

Parallelgesellschaften bergen Konfliktpotential

Wenn also in naher Zukunft in ersten Städten mehr als 50 Prozent der Menschen nicht autochthon sind, wird dies nur dann auf Dauer nicht zu einer zum Scheitern verurteilten Balkanisierung führen, wenn sich die Menschen dort als Deutsche verstehen. Dass dies in der Mehrheit geschieht ist jedoch mehr als fraglich, wie auch dieser kleine Exkurs hin zu den Aussagen eines offensichtlich türkischstämmigen Deutschen zeigt:

Muslim1

Muslim2

Nachdem betont wurde, dass er in Deutschland geboren ist, hier aufgewachsen ist und mit Studium und 22 Jahren Arbeitszeit wohl Mitte 40 sein dürfte, bezeichnet er doch wie selbstverständlich die Türkei als „mein Land“. (Das Strohmannargument, dass er das Land verlassen müsse, habe ich natürlich abgestritten. Ein deutscher Staatsbürger ist deutscher Staatsbürger, egal welche Religion er hat.)

Wenn dieses Land nicht auf gewaltige Probleme schon in der nahen Zukunft zusteuern möchte, so muss es einen Weg finden, eine solche freiwillige Ausgrenzung aus der deutschen Schicksalsgemeinschaft und Zuordnung zu einer Fremden (ob türkisch, arabisch oder islamisch), zu verhindern. Dies kann nur auf wenige Arten ermöglicht werden: Die Zahl der Immigranten muss auf eine so geringe Zahl beschränkt bleiben, dass eine Durchmischung unvermeidbar ist. Wenn eine höhere Zuwanderung gewünscht wird, dann muss wie in den USA eine Diversität der Einwanderer garantiert werden, wie es mit der Green Card Lottery geschieht.

Um aber einen stolzen nationalbewussten Türken oder einen stammesbewussten Araber zu Deutschland zu verführen, müsste Deutschland auch eine Identität haben, die das Aufgeben der fremden Identität eines Zuwanderers erfordert. Auch hier erklärt Huntington schlüssig, dass sich Menschen nur dann integrieren und assimilieren, dass Sie nur dann fremde Kulturen übernehmen, wenn sie diese als überlegen erachten und sich dadurch persönlich Vorteile erhoffen. Ob und wie die deutsche Identität dazu in der Lage ist, kann sich jeder selbst beantworten, Hartz IV bekommen schließlich sogar Terroristen.

Wenn Deutschland nicht einen Weg findet, den Menschen eine gemeinsame Identität zu stiften, wird es bei den ersten nicht mehr mit Steuergeld ertränkbaren Problemen gnadenlos scheitern. Wenn sich die Bevölkerung dann in zahlreiche kleine Schickalsgemeinschaften der Deutschen, Muslime, Araber und Türken aufspaltet, steht in diesem Land ein Bruchlinienkrieg bevor. Ein Konflikt, der mit nur etwas vorausschauender Planung vollends vermeidbar gewesen wäre.

 

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