USA: Die größte Bedrohung für den Weltfrieden

Putins Propaganda-Sender RT Deutsch hat in einer Sendung die USA als größte Bedrohung des Weltfriedens bezeichnet und war überrascht, auf der Straße in Berlin weitaus mehr zu finden, die Russland als Bedrohung ansahen. In Erwartung dass in der Umfrage von 2014 Russland prominenter genannt werden wird, sagen die Journalistendarsteller, dass die „Medien der Atlantikbrücke“ wohl ganze Arbeit geleistet haben wird, um Russland als Gefahr darzustellen. Dass Russland wieder einmal ein Nachbarland überfallen hat,  hat damit natürlich nichts zu tun. Auch nicht, dass dank Russland die Friedensordnung der Nachkriegszeit passe ist. Nein, die Medien werden Schuld haben!

 

Die USA sind tatsächlich die größte Bedrohung für den Weltfrieden

Allerdings hat Russlands Propagandasender tatsächlich Recht, wenngleich auch unfreiwillig. Die USA sind aktuell tatsächlich die größte Bedrohung für den Weltfrieden, allerdings in anderer Art und Weise als durch RT Deutsch insinuiert wird.

Der Grund liegt vielmehr darin, dass der schlechteste Präsident in der Geschichte der Vereinigten Staaten all das leichtfertig zerstört hat, was die Welt seit dem Ende des Kalten Krieges merklich sicherer gemacht hat.

Reden gut ablesen zu können, macht keinen guten guten Präsidenten. This file is licensed under the Creative Commons Attribution 2.0 Generic license. Foto: Jacopo Werther

Reden gut ablesen zu können, macht keinen guten guten Präsidenten.
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Der viel gescholtene Weltpolizist USA hat in der Tat mit der entschlossenen militärischen Reaktion auf Saddam Husseins Versuch sich Kuwait 1990/1991 anzueignen der Weltgemeinschaft eine deutliche Nachricht geschickt. „Wer glaubt Nachbarländer erobern zu können, muss damit rechnen, dass die amerikanische Militärmacht seine Streitkräfte zerschlägt.“

Das entschlossene Auftreten des republikanischen Präsidenten George H. W. Bush legte das Fundament. Die rasche und fast ohne eigene Verluste ablaufende Zerschlagung der irakischen Armee war ein Schock für das selbstbewusste chinesische Militär, das in seinem Aufbau wie die irakischen Streitkräfte vor allem auf Masse gesetzt hatte.

So konnte der Nachfolger des 41. Präsidenten, der Demokrat Bill Clinton, mit gerade einmal zwei amerikanischen Flugzeugträgern die Taiwankrise 1995/96 entscheiden und den militärischen Druck Rotchinas auf Nationalchina (Republik China oder Taiwan) abfangen und die Volksrepublik zur Aufgabe zwingen.

Die 1991 als extrem überlegen bewiesene militärische Macht der USA verhinderte so nicht nur 1995/96 einen Krieg zwischen den beiden chinesischen Staaten und sicherte so die Freiheit von 23 Millionen Chinesen auf der früher einmal Formosa genannten Insel Taiwan, sie verhinderte auch viele weitere militärische Konflikte, die nie in den Medien auftauchten. Sie tauchten nie auf, weil das Demonstrieren der Entschlossenheit der USA dafür sorgte, dass die entsprechenden Machthaber eventuell angedachte militärische Abenteuer nie auch nur versuchten. Die wahrscheinlich scheinende oder vielleicht sogar sicherer militärische Antwort der USA auf eine Aggression wirkte zuverlässig abschreckend.

Ohne hier ein neues Fass aufnachen zu wollen – dass der libysche Diktator Gaddafi sein Programm zur Entwicklung von Massenvernichtungswaffen ausgerechnet 2003 freiwillig offen legte und aufgab, ist kein Zufall. Dass das Regime, das jahrzehntelang staatlichen Terrorismus betrieb, nicht an Massenvernichtungswaffen kam, lag unzweifelhaft an der im gleichen Jahr erfolgten Invasion des Iraks, die mit einem Entwicklungsprogramm für Massenvernichtungswaffen der dortigen Diktatur begründet wurde.

Inzwischen ist jedoch ein Präsident im Amt, der glaubt eine Außenpolitik der USA funktioniere völlig ohne militärischen Druck. Ein Präsident, der große Angst hat seine Streitkräfte zu verwenden, weshalb sogar die Kommandoaktion zur Ergreifung oder Tötung von Osama bin Laden monatelang nicht durchgeführt wurde.

Ein Präsident, der Rote Linien zieht, dem dann aber der Mumm fehlt sie durchzusetzen. Diese Angst vor der eigenen Macht hat sich inzwischen viele Male bewiesen. Dass beispielsweise die gegenüber Assad geäußerte Rote Linie eines Einsatzes von Chemiewaffen folgenlos überschritten wurde, hatte unmittelbare Folgen.

Erschreckend deutlich wurde die Glaubwürdigkeit roter Linien durch Obama bei der Krim-Krise. Am 28. Februar 2014 warnte Obama “There will be costs for any military intervention in Ukraine“, also “Für eine militärische Intervention in der Ukraine wird ein [schmerzhafter] Preis zu zahlen sein.” Am nächsten morgen hatten russische Truppen interveniert.

Indem die einzige Macht, die in der Lage ist Diktatoren und Aggressoren weltweit in den Arm zu fallen, sich offensichtlich weigert dies zu tun, wird die Welt ein unsicherer Ort. Weltweit werden sich nun die Potentaten ermutigt sehen, die unzähligen existierenden territorialen Konflikte militärisch zu lösen. Wenn die USA ihnen nicht in den Arm fällt, ist niemand sonst dazu willens oder in der Lage.

Damit wird die USA zur größten Bedrohung für den Weltfrieden.

 

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4 Gedanken zu „USA: Die größte Bedrohung für den Weltfrieden

  • Barack Obama ist nicht „der schlechteste Präsident in der Geschichte der Vereinigten Staaten“, sondern er reagiert nur, wenn auch leider nicht immer richtig, auf seinen Vorgänger George W. Bush, der tatsächlich einer der schlechtesten US-Präsidenten war und z. B. völkerrechtswidrig und ohne vernünftigen Grund den Irak überfallen hat und Folter anweden ließ. Herr Bush ist außerdem für die Weltfinanzkrise verantwortlich.

  • Wir haben in den USA ganz andere Aufgaben, als für faule und geizige Europäer die Kartoffeln aus dem Feuer zu holen. Wenn Europa ein Problem mit Putin hat, soll es doch bitte selber in sein Militär investieren. Ich muss auch Alexander Dilger Recht geben: Bush (aber auch sein Vater .. bis hin zu Reagan) haben durch völlig verrückte Politik die finanzielle und politische Handlungsfähigkeit der USA stark reduziert.

    Siehe http://blog.michaelamerz.com/wordpress/der-schuldenberg-der-us-republikaner/

    Europa steht nicht mehr ganz oben auf der US Agenda. Das Interesse konzentriert sich zunehmend, sowohl aus wirtschaftlicher wie politischer Sicht, auf Asien.

    • Chinas Spiele im Südchinesischen Meer, sein Auftreten gegenüber Vietnam und Japan und die jüngste Ansprucherhebung sogar auf indonesisches (!) Territorium ist nicht zuletzt der demonstrierten Schwäche der USA geschuldet.
      Wenn 2016 der Legislativ-Juan und der Präsident der Republik China neu gewählt werden, steht eine neue Taiwankrise an, weil die Kuomintang (pro 1-China) extrem unpopulär geworden ist. Wenn aber ein DPP (pro-Unabhängigkeit) Sieg absehbar wird, wird die VR China reagieren.
      Die jüngsten Aktion in Hong Kong lassen Schlimmes erwarten. Schwache USA werden der Eskalation hier Vorschub leisten.

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