Staat und Nächstenliebe

Dem Deutschen ist sein Staat heilig. Groß muss er sein, und mächtig. „Vater Staat“ ist es, der uns umsorgt und umhegt. Dass er dafür 70% des von uns erwirtschafteten Einkommens benötigt ist eben der Preis für solche Fürsorge. Wie unnötig eine solche allumfassende Fürsorge von der Krippe bis zur Bahre sein kann, beweisen gerade die Menschen in Bayern und Sachsen.

Menschen sind gut und bereit zu helfen

Wie sehr die Menschen bereit sind einander zu helfen, zeigt sich gerade in den Hochwassergebieten. Während meine Heimatstadt Würzburg durch den Main nicht sonderlich schwer betroffen ist, zeigt sich in der Dreiflüssestadt Passau die volle Macht der Naturgewalten. Der Pegelstand der Donau soll wohl ein Allzeithoch erreicht haben.

Weit eindrucksvoller als die Zahlen eines Pegelstands, der ja nicht „über Normalstand“ besagt und daher immer nur sehr schwer in Relationen zu setzen ist, ist das, was auf Facebook zu sehen ist. Auf zahlreichen Seiten wird Hilfe angeboten. Von Helfern, die freiwillig und unbezahlt Sandsäcke füllen und stapeln, Schlamm und Müll wegräumen oder beim Evakuieren von Dingen helfen. Von Lokalen und Geschäften, die ohne Bezahlung Essen und Trinken ausgeben hin zu Privatleuten, Hotels und Jugendherbergen, die teils sogar ohne (vorläufige) Zeitbeschränkung eine Unterkunft für Helfer und Geschädigte anbieten, überall eilen Menschen selbstlos und zum Wohle Aller zu Hilfe. Nirgends wird Geld verlangt und auf Videos von Aufräumarbeiten sieht man massenhaft Baumaschinen in Firmenbesitz, die vermutlich ebenfalls unbezahlt und auf eigene Rechnung der Allgemeinheit helfen.

 

Gemeinwohl ohne Zwang kann funktionieren!

Alles ohne Zwang. Alles ohne Steuergelder. Alles ohne dass Menschen sich als wohltätig und gut empfinden, indem Sie andere dazu zwingen oder ihnen das Geld dafür abnehmen.

Es mag ein Katastrophenfall sein, der die Menschen mobilisiert. Vielleicht wären viele der nun Helfenden bei Alltagssorgen nicht hilfsbereit und würden wirklich Bedürftige links liegen lassen. Tatsache ist jedoch, dass ein Fall wie das aktuelle Hochwasser zeigt, dass staatlicher Zwang für das Gemeinwohl keineswegs per se nötig sein muss!

Mich beeindrucken die zahlreichen Angebote zur Hilfe und geben mir die Hoffnung, dass ein Staat ohne Zwang sich dennoch um die Schwachen kümmern würde.

 

Wo war der Staat bei der Vorsorge?

Zugleich wird aber die Frage erlaubt sein, wo der Staat bei der Vorsorge bleibt. Wieso wird Passau alle paar Jahre massiv überflutet? Ich habe früher nicht weit von der Stadt entfernt gewohnt und kann mich an regelmäßige Überflutungen der Innenstadt erinnern.

Wo war der Staat hier? Warum wurde hier nichts in eine Vorbereitung auf künftige Katastrophen investiert, während gleichzeitig die Steuereinnahmen jahrelang flossen? Sind den Politikern möglicherweise Prestigebauten wichtiger als die Dinge, die einem nicht auf Steuerzahlerkosten ein Denkmal setzen?

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