Selbstzensur ist die wirklich effektive Zensur

Von Ayn Rand stammt ein Satz, der so treffend ist, dass er schmerzt: „Unterdrückung braucht die Unterstützung des Unterdrückten.“ In der Tat kann jede Art der Unterdrückung nur funktionieren, wenn die Opfer mitmachen. Der Unterdrückte kann sich auch einfach weigern und sich notfalls erschießen lassen. Das mag einfach zu schreiben gewesen sein, wenn man wie Ayn Rand im freien Amerika zur Mitte des letzten Jahrhundert wohnte, es bleibt jedoch zutreffend.

 

Ich erlebe Zensur mit meinem Buch

Ich habe ein Buch geschrieben, das sich kritisch mit der Zuwanderungspolitik von Angela Merkel auseinandersetzt. Ich spreche mich begründet gegen die aktuelle Zuwanderungspolitik aus und belege meine Aussagen mit 450 Fußnoten. Die Leser bewerten das Buch sehr eindeutig:

„Eine sachliche Abrechnung mit der deutschen Flüchtlingspolitik“ „Ich möchte mich herzlich beim Autor bedanken. Zum ersten Mal habe ich mich in den letzten Monaten wirklich aufgeklärt gefühlt. Das was mir immer fehlte war eine neutrale, ehrliche, ungeschönte und vor allem rationale Betrachtung der Situation.“ „Ein sehr sachliches Buch“ „Das Buch ist sachlich. Aspekte der Flüchtlingspolitik und Zuwanderung werden ohne Polemik dargestellt.“ „Das Buch ist sachlich verständlich und ohne populismus geschriebenen“ “ TORSTEN HEINRICH nimmt sich eines sehr heiklen Themas an, macht das aber sehr unaufgeregt, sachlich und kompetent.“ „Ich rechne dem Autor hoch, dass er die Flüchtlinge nicht verteufelt, sondern auch deren Probleme sieht.“ Dazu viele weitere Rezensionen in diese Richtung.

Während ich also Position beziehe, habe ich mir bei dem Buch enorme Mühe gegeben. Ich wollte ein Buch schreiben, das eine kritische Sicht der Lage erlaubt, ohne pauschal urteilend zu sein, ohne zu verteufeln, ohne unsachlich zu werden. Kurzum: Ich wollte ein gutes Buch schreiben. Ich denke, das ist mir gelungen. Es ist ein Buch, das eine Diskussion erlaubt, das alle Thesen sauber belegt und das sachlich ist, trotz der Thematik.

Während ich gerade mit einem Verlag in den finalen Verhandlungen für die Printausgabe bin, bleiben die eBooks meine Sache. Daher wollte ich das Buch bei einem großen deutschen Dienstleister für das Selfpublishing von eBooks einstellen. Die Veröffentlichung wurde ohne Angabe von Gründen verweigert. Ich fragte also nach, so höflich wie nur irgendwie möglich. Nach etwa zwei Wochen bekam ich eine Antwort von dem Abteilungsleiter für die Inhalte persönlich. Er schrieb mir:

Das Thema Flüchtlinge/Flüchtlingshilfe ist zur Zeit ein sensibles Thema, welchem wir als Dienstleister neutral gegenüber zu stehen haben. Ihr Buch ist ein Sachbuch, welches am Ende vermehrt Quellentexte und Links aufweist. Wir müssten hier Verlagsarbeit leisten und alle Quellen und Inhalte sorgfältig prüfen. Diese Zeit und diesen Aufwand können wir als reine Selfpublishing Plattform nicht leisten, so dass wir auf die Veröffentlichung verzichtet haben.

Nicht nur, dass das Buch unter meinem Klarnamen veröffentlicht wird und ich damit die Verantwortung für den Text unzweifelhaft übernehme; bei wortklauberischer Interpretation der Antwort müsste ich also erwarten dürfen, dass das Buch bei einer Beseitigung aller Belege veröffentlicht würde. Sobald es also kein Sachbuch mehr wäre, würde einer Veröffentlichung nichts im Wege stehen.

Ich wies in einer Antwort darauf hin, wie die Rezensenten die seriöse Herangehensweise lobten und dass ich ja inhaltlich Verantwortung übernehme. Eine Antwort bekam ich darauf bis dato leider nicht mehr.

Selbstverständlich ist „Zensur“ in ihrem Wortsinne auf staatliche Stellen beschränkt oder wenigstens auf staatlichem Druck fußend. Ein Unternehmen muss auch nach meinen politischen Überzeugungen die Vertragsfreiheit haben, sich auszusuchen mit wem es Geschäfte macht. Wenn das Unternehmen politisch korrekt und dabei ein wichtiger Spieler auf dem Markt ist, dann habe ich eben Pech gehabt. Doch ganz so einfach ist es nicht.

 

Zensur fängt im Kopf an

Um zu Ayn Rand zurückzukommen, muss klar sein, dass eine Beschränkung der Meinungsfreiheit ganz wesentlich bei einem selbst beginnt. So auch in diesem Fall.

Zensur fängt im Kopf an.

Zensur fängt im Kopf an.

Das Unternehmen ist ein wichtiger Spieler auf dem Markt. So wichtig, dass ich es nicht verärgern will und daher hier nicht seinen Namen nenne. So wichtig, dass ich die Ablehnung meines Sachbuches in Kauf nehme, um damit wenigstens meine anderen Bücher dort weiterhin verkaufen zu können. Und damit fängt die Selbstzensur an.

Nicht nur, dass ich mich gezwungen sehe, auf eine laute Kritik zu verzichten. Ich muss mich gleichzeitig auch fragen, ob sich das Schreiben anderer Bücher jeweils auch dann rentiert, wenn die betreffende Firma auch deren Veröffentlichung ablehnt. Was ist, wenn ich das nächste mal pro-Gentechnik, pro-Kernenergie, gegen Genderwissenschaften oder gar – oh Schreck! – islamkritisch schreibe?  Wird sich meine Arbeit noch rentieren, wenn auch diese Bücher nach Wochen und Monaten Arbeit dort nicht veröffentlicht werden?

Und was bedeuten diese weiteren Ablehnungen? Wird mir gar nach einem weiteren abgelehnten Buch der ganze Account gesperrt, weil man mich als Unruhestifter versteht und ich daher auch meine harmlosen Romane nicht mehr verkaufen darf?

 

Freiheit hat ihren Preis

Ich will mich diesen Fragen nicht stellen, daher werde ich künftig dort keine politischen Bücher mehr veröffentlichen. Ich werde mir Mühe geben, dass meine nächsten Bücher so gut sind, dass die Leser zu meinen Büchern kommen und dann eben bei Amazon einkaufen, wo man mich immer veröffentlicht. Wenn das Buch nicht zum Leser kommen darf, dann wird vielleicht wenigstens die Plattform auf kleinem Niveau dafür bestraft, weil der Leser zum Buch wandert und woanders sein Geld ausgibt. Doch mich inhaltlich von einer deutschen Plattform beschneiden zu lassen, bin ich nicht bereit.

Dennoch ist es immer wieder erschreckend zu sehen, wie sehr man von anderen abhängig ist. Auffällig ist hier jedoch auch wieder, dass es vor allem die amerikanischen Unternehmen sind, die Meinungsfrehiet schützen. Zumindest so lange, bis die deutsche Regierung ihnen Druck macht, wie kürzlich bei Facebook geschehen.

Selbstzensur will ich nicht durchführen. Den Preis dafür werde ich in ausfallenden Einnahmen bezahlen müssen. Nicht jeder kann dies oder ist dazu bereit. Ich will jedoch kein Unterstützer meiner eigenen Unterdrückung sein und daher weiter so schreiben, wie ich denke.

Das Buch können Sie übrigens hier bei Amazon kaufen und sich eine eigene Meinung bildern.

 

 

Mein aktuelles Buch befasst sich mit der „Flüchtlingskrise“ und ist hier käuflich zu erwerben: Nein, wir schaffen das nicht!: Warum die aktuelle Flüchtlingskrise zu einer Staatskrise wird

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Ein Gedanke zu „Selbstzensur ist die wirklich effektive Zensur

  • Obwohl ich nur Fachaufsätze eines Philosophen übersetzt habe, die im englischen Original bereits mehrfach erschienen sind und überwiegend ein Peer-Review hinter sich haben (siehe http://spot.colorado.edu/~huemer/cv.htm ), störte sich ein führender Selfpublishing-Anbieter am Inhalt. Eine nähere Begründung bekam ich auch auf Nachfrage nicht.

    (Der Philosoph, um den es geht, beschäftigt sich ebenfalls mit der Einwanderungsfrage, begründet aber ein Recht auf Einwanderung: http://edition.leske.biz/einwanderung )

    Nachdem ich einen eigenen Verlag gegründet habe, gelang mir immerhin die Aufnahme des Buches bei einem Barsortiment, so dass es in Deutschland wenigstens keine flächendeckende verdeckte Zensur gibt; auch wenn alles mit viel mehr Aufwand verbunden ist.

    Übrigens ist man im Gegensatz zu vielen anderen Selfpublishing-Anbietern bei Amazon/CreateSpace selbst Verleger, auch wenn auf Amazon immer „CreateSpace“ als Verlag genannt wird.

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