Samstags trage ich Kippa

In Europa und in Deutschland häufen sich in den letzten Monaten Meldungen, wonach Juden geraten wird ihre Identität zu verheimlichen. Die Kippa soll nicht mehr getragen werden. Das Gemeindeblatt einer jüdischen Gemeinde wird inzwischen in einem neutralen Papierumschlag verschickt, damit keiner der Postboten und Nachbarn mitbekommt, wer ein Jude ist. Die Auswanderung nach Israel erreicht neue Rekordhöhen. Oder anders gesagt: Für Juden wird Europa zunehmend wieder ein unangenehmer Kontinent, sie sind nicht mehr sicher.. Auch Umfrageergebnisse unter Juden zeigen bestürzende Ergebnisse.

 

Wollen wir in einem Deutschland leben, in dem man seine religiöse Identität verheimlichen muss?

Für mich kann ich diese Frage klar mit einem „Nein!“ beantworten. Für mich ist es nicht tragbar, dass in einem Staat, der sich als freiheitlicher Rechtsstaat versteht, Menschen nicht zu ihrer religiösen Identität stehen können, weil sie körperliche Übergriffe befürchten müssen.

Ich bin kein Jude und kein Politiker. Meine publizistische Reichweite ist beschränkt. Ich kann also weder Maßnahmen gegen Antisemitismus einführen, noch Gesetze ändern, noch etwas am Antisemitismus selbst ändern. Ich bin von ihm nicht einmal selbst betroffen. Dennoch kann ich das nicht ignorieren.

Lasst uns gemeinsam die Öffentlichkeit mit der Kippa fluten.

Lasst uns gemeinsam die Öffentlichkeit mit der Kippa fluten.

Was ich aber kann, ist den Anblick einer Kippa wieder in die Öffentlichkeit zu tragen. Daher werde ich von nun an jedem Samstag beim Verlassen meines Hauses (außer beim Sport) eine Kippa in Deutschland tragen. Nicht weil ich behaupten will ich sei Jude um mich so zu einem „Kostümjuden“ zu machen.

Nein, ich habe die Hoffnung, dass ich andere Menschen finde, die sich dabei beteiligen. Stellen wir uns einmal vor, jeder nicht-Antisemit würde Samstags Kippa tragen. Damit wären die Städte einen Tag in der Woche mit jüdischen Symbolen geflutet und Antisemiten müssen sich wohl oder übel an diesen Anblick gewöhnen.

Es wäre ein starkes Zeichen der Solidarität gegenüber den Juden. Denn: Der Zentralrat der Juden mag Juden vom Tragen der Kippa in manchen Stadtvierteln abraten. Über Nichtjuden hat er jedoch nichts gesagt. Meine Kippa gehört mir, daher trage ich sie auch wann und wo ich will.

Ich fordere daher jeden Bewohner dieses Landes, gleich welchen Glaubens oder Nichtlgaubens, dazu auf, mit mir zusammen von nun an jeden Samstag eine Kippa in der Öffentlichkeit zu tragen. Bekommen kann man eine beispielsweise bei Amazon für unter 10 Euro.

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Ein Gedanke zu „Samstags trage ich Kippa

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