Richter gegen Zivilcourage

In Stuttgart wurde ein Nothelfer zu mehr als drei Monaten Haft auf Bewährung verurteilt, weil er gegen eine Gruppe Schläger eingriff, die auf einen am Boden Liegenden eintraten. Damit hat er dem schwer verletzten Opfer das Leben gerettet, was durch Tritte auf ihn erheblich bedroht war. In erster Instanz wurde er jetzt jedoch so verurteilt, dass er vorbestraft wäre. Dabei hatte sogar die Staatsanwaltschaft einen Freispruch gefordert. Sein Problem: Einer der Angreifer erlitt einen Kieferbruch.

 

Absurde Rechtspraxis verlangt Wegsehen

Wenn man sich vorstellt, dass selbst die Staatsanwaltschaft einen Freispruch gefordert hatte, so zeigt es, wie absurd das Urteil ist. Vielleicht und hoffentlich wird es in der nächsten Instanz gekippt, doch das Signal ist so bezeichnend, wie weltfremd.

Wenn eine Gruppe auf einen am Boden liegenden eintritt, so herrscht akute Lebensgefahr. Wer hier einschreitet, der muss damit rechnen, dass die Gruppe sich gegen ihn wenden wird. Sind es genügend Gegner, kann er sich praktisch gleich daneben legen und seinen Kopf ebenfalls als Fußball zur Verfügung stellen.

Das Einzige, was hier hilft, ist so viele der Gegner wie möglich gleich zu Beginn aus der Gleichung zu entfernen. Wer sich alleine gegen fünf Angreifer stellt, hat nur unter zwei Umständen eine Chance: Wenn die Angreifer nicht über eine hohe Aggressivität verfügen oder wenn er die zahlenmäßige Überlegenheit der Gegner verringert.

Indem die Täter jedoch auf einen am Boden liegenden eintraten, war es mehr als unwahrscheinlich, dass gutes Zureden helfen würde. Die Täter demonstrierten eine potentiell tödliche Aggressivität. Daher blieb dem Helfer nichts anderes übrig, als so viele Täter wie möglich auszuschalten. Dies geht nur mit maximaler eigener Aggressivität, weil er nur dann eine Chance hat, mit einem Überraschungsmoment zwei, drei oder gar vier der Angreifer auszuschalten, bevor sie sich gegen ihn koordinieren können.

Wie Richter über solche Fälle urteilen können, nachweisbar ohne dafür qualifiziert zu sein, ist mir ein Rätsel. Dass man hierzulande als Helfer aber leichter im Knast landet als der Verbrecher, ist längst bekannt. Wenn aber der Staat die Bürger nicht mehr ausreichend schützt und sie daher zu Zivilcourage auffordert, sie aber anschließend für ihr Eingreifen bestraft, dann scheint die beste Lösung zu sein, einen Angriff auf andere gar nicht zu bemerken.

Denn wenn man einen Angriff nicht bemerkt, dann kann man weder wegen unterlassener Hilfeleistung, noch wegen Körperverletzung im Notwehrexzess vor Gericht landen.

Ist es das, was die deutsche Rechtssprechung und der deutsche Staat wollen?

 

 

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Ein Gedanke zu „Richter gegen Zivilcourage

  • Es ist schon Wahnsinn was unsere Richter die „Recht sprechen“ sollen für Urteile raus hauen. Wenn man dann im Gegenzug sieht welche laschen Strafen gegen echte (!) Täter verhängt werden, verliert man auch noch den restlichen Glauben an die Gerechtigkeit.

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