Politische Bankrotterklärung der Jungen Alternative für Deutschland

Am kommenden Mittwoch ist ein „außerplanmäßiger Bundeskonvent“ der JA, der „Jungen Alternative für Deutschland“ anberaumt. Einziger Tagesordnungspunkt der nicht formalen Vorgaben entspricht ist: „Amtsenthebung des Bundesvorsitzenden Philipp Meyer“

Der Bundesvorstand der "Jungen Alternative" will am Mittwoch den JA-Bundesvorsitzenden entmachten, weil er sich gegen die Rechten in der AfD stellt.

Posted by Afd watch on Monday, May 18, 2015

Die Vorwürfe

Vorgeworfen wird, er habe „persönliche Befindlichkeiten auf dem Rücken der Jugendorganisation“ ausgetragen. Er habe „in diesem Fall […] im Namen der Jungen Alternative für Deutschland eindeutig Partei in einem innerparteilichen Streit in der Alternative für Deutschland ergriffen.

Vorgeworfen wird dabei vor allem, dass die Parteinahme „nicht mit Vorstands- und/oder Konventsmehrheit abgedeckte[r] Form“ erfolgt ist.

Außerdem habe er eine Verbindung der AfD mit Rechtsextremisten hergestellt.

 

„Im Namen der JA“ – Absurde Vorwürfe

Die Vorwürfe sind aus mehrerlei Hinsicht absurd. So wird ihm vorgeworfen, er habe „in Namen der Jungen Alternative für Deutschland eindeutig Partei […] ergriffen.“

Nein, sorry. Hat er nicht. Wer den Artikel liest, und das kann man hier tun, der wird sehen dass dies nicht im Mindesten von ihm behauptet wurde. Die Behauptung:

Der Lagerkampf innerhalb der AfD bedroht aus Sicht der Nachwuchsorganisation zunehmend die Existenz der Partei.

Ist eindeutig als Zusammenfassung und Interpretation der „Thüringer Allgemeine“ zu erkennen. In seinen im Artikel stehenden Aussagen ist nicht im Mindesten zu erkennen, er spreche für die ganze JA, er spricht lediglich als ihr Vorsitzender.

Ihm aus der Interpretation der TA einen Vorwurf zu machen zeugt keineswegs von „aufrichtiger Sorge“ um die JA, sondern nur von einem von zwei Dingen, vielleicht auch von beiden:

1. Völlige Unkenntnis journalistischer Arbeit

2. Das Suchen nach einem Vorwand um den Vorsitzenden loszuwerden.

 

„Nicht durch […]mehrheit abgedeckt.“ – Lächerlicher Einwand

Der zweite Hauptkritikpunkt ist, er habe diese Aussagen ohne eine Mehrheit des Vorstandes oder des Konvents geäußert. Dies ist an Absurdität und an Weltfremdheit nicht zu überbieten.

Nach Ansicht der Antragsteller – und ich habe diesen Geist zu meiner eigenen Zeit in der AfD und JA auch selbst erlebt – hat der Vorsitzende (natürlich nur wenn er nicht dem eigenen Langer entspringt) offensichtlich nichts, rein gar nichts, zu sagen, was nicht vorher abgesegnet wurde.

Was die Mitglieder und Funktionäre der JA (aber auch in Teilen der AfD) nicht verstehen ist, dass man sich Vorsitzende auch und gerade wegen ihrer politischen Ansichten wählt. Als Vorsitzende führen sie – in jeder anderen Partei – die Gruppe auch inhaltlich und geben die Richtung vor.

Dies ist in sich ein völlig kohärentes System. Wäre dem nicht so, könnte man sich jede Bewerbungsrede sparen und alleine ein Modelcasting mit Ablesewettbewerb durchführen. Wenn ein Vorsitzender ausschließlich Vehikel von durchgeführten Abstimmungen ist, wieso soll er dann überhaupt etwas über seine Vorstellungen erzählen? Genau das tut aber fast jeder Kandidat in seinen Bewerbungsreden.

Dies bedeutet nicht, dass er sich über Beschlüsse hinwegsetzen darf. Wenn die JA einen NATO-Austritt beschließt, hat er vor der Presse zu vermitteln dass dies beschlossen wurde und warum – er hat aber gleichzeitig jedes Recht dies als falsch zu identifizieren. Sind dagegen keine Beschlüsse gefasst worden, so kann er selbstverständlich seine Überzeugungen vermitteln. Immerhin wurde er ja nach einer Vorstellung seiner Überzeugungen gewählt

Stattdessen glaubt man aber wohl, dass ein Vorsitzender in der JA und der AfD bei jeder Frage durch einen Journalisten eine Blitzumfrage unter allen Mitgliedern durchzuführen habe, bevor er sie beantworten darf.

Das System funktioniert übrigens perfekt. Wenn der Vorsitzende zu viel Unsinn sagt, wird er nicht wiedergewählt. Oder aber er wird, wie hier beabsichtigt, abgesetzt.

Nur in JA und AfD scheint man das nicht zu verstehen.
 

Beziehung zwischen Rechtsextremisten und NPD hergestellt – hat nicht er!

Schön auch der Vorwurf, er, Philipp Meyer, habe einen Zusammenhang zwischen NPD und AfD erzeugt. Liebe JA-Mitglieder. Meines Wissens war es der von so vielen von Euch verehrte Björn Höcke, der nicht nur den verzeihbaren privaten Umgang mit einem NPD-Mitglied oder Funktionär pflegt, er ist es auch, der über NPD-Mitglieder erklärt sie seien nicht alle Extremisten um ihnen so einen Weg in die Partei offen zu halten. Er ist es auch, der sich weigert (!) eine eidesstattliche Erklärung abzugeben, dass er nicht für NPD-Publikationen geschrieben hat.

 

Eine Intrige ist der Grund

Ob die Antragsteller in Gänze oder in Teilen diesen Vorwürfen tatsächlich glauben oder nicht, ist irrelevant. Wer die Wahl von Philipp Meyer verfolgt hat, der hat gesehen dass er mit knapper Mehrheit gegen den Kandidaten des rechten Lagers innerhalb der JA gewählt wurde. Dieser Teil sucht nun ihn zu beseitigen.

Es würde noch am ehesten „Verstand statt Ideologie“ entsprechen, wenn man einfach ehrlich zu sich und zu den Mitgliedern wäre und sagen würde: „Philipp Meyer ist uns nicht rechts genug. Deshalb muss er weg!“

Das ist übrigens legitim und folgerichtig. Ein Vorsitzender der Mehrheit nicht mehr hinter sich hat,  darf, kann und soll abgewählt werden. Aber dann bitte wahrheitsgetreu.

Der Gipfel ist übrigens, dass, so meine Informationen, Der Vorstand auf Antrag von Christoph Walczak beschlossen hat, seinen eigenen Vorsitzenden nicht zum Bundeskonvent zu schicken, um ihm dort ein Auftreten vor den Mitgliedern nicht zu ermöglichen. Es musste sich ein Landesverband finden, der den eigenen Bundesvorsitzenden aus einem anderen Bundesland als Vertreter entsendet, um ihm nicht die Möglichkeit zu nehmen die eigenen Mitglieder zu sehen.

 

Inkompetent und Absurd

Man wirft dem Vorsitzenden also vor, dass er eine Meinung hat. Man wirft dem Vorsitzenden vor, dass er für die politische Linie für die er gewählt wurde auch der Presse gegenüber eintritt. Man wirft ihm vor, dass die Presse nach eigenen Maßstäben handelt und sich ihren Reim aus dem zieht, was ihr vorliegt.

Und das nennt sich „Verstand statt Ideologie“?

 

Nachtrag

Das Ganze nimmt Züge von Realsatire an, wenn man sich den Inhalt des Fotos ansieht. Einer der Admins der JA-Facebookseite kommentiert auf meinen Artikel… ohne jede Autorennennung. Das heißt, Philipp Meyer wird vorgeworfen er masse sich an für die JA als ganzes zu sprechen, wenn er ihr Vorsitzender ist und seine Meinung äußert. Der bei mir kommentierende Admin tut dagegen genau das – um wiederum in die internen Streitigkeiten der AfD Position zu beziehen. Applaus. Bezeichnender geht kaum noch!
Meyer

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