Lügenpresse bei Pegida

„Lügenpresse“ ist ein immer wieder bei den Pegida-Demonstrationen gerufenes Wort, das viele Journalisten und Politiker empört. Tatsächlich tun die Medien gerade viel, damit es auch wirklich gerechtfertigt ist. Nicht nur, dass die „Tagesschau“ de facto eine Propagandasendung ausgestrahlt hat, die Bild-Zeitung hat nun scheinbar versucht, die Proteste heute Abend möglichst stark anzustacheln.

 

Der RTL-Reporter bei Pegida

Über den RTL-Reporter muss man nicht mehr viel schreiben. Es wurde bereits überall thematisiert. Dass aber ein Fernsehsender seine Reporter inkognito in die Demonstrationen schickt und so etwas dabei rauskommt, das kann nur das Lügenpresse-Argument verstärken. Persönlich sehe ich es allerdings weniger dramatisch. Wenn der Reporter inkognito mit Teilnehmern spricht, diese dabei nicht aufnimmt und nicht als Agent Provocateur die Teilnehmer zu fremdenfeindlichen Aussagen anstachelt, dann kann ich damit leben. Wenn also der Reporter tatsächlich nur Informationen sammelt und nicht beeinflusst. Irgendwie wollen die Medien ja an Informationen kommen, was bei weitgehend Interviews verweigernden Teilnehmern schwer ist.

Im Prinzip wäre das übrigens sogar eine gute Idee. Aktuell geben wohl nur geltungsbedürftige- und, ähm, wie soll ich es sagen, weniger geistig fähige, Teilnehmer Interviews. Einen tatsächlichen Querschnitt würde da ein Medium wohl tatsächlich nur erhalten, wenn es sich unerkannt unter die Teilnehmer mischt.

Was den Reporter da allerdings geritten hat, ist unklar. Vielleicht ist er wirklicher Fremdenfeind, vielleicht war er nur so sehr in seiner Rolle als Pegida-Teilnehmer. Dass er diese Rolle aber dann auch vor einer Fernsehkamera spielt kann nur noch mit geistiger Umnachtung erklärt werden. Direkt nach dem Vorfall habe ich geschrieben, „mal sehen ob er in drei Monaten noch bei RTIL arbeitet.“ nun ist er bereits gefeuert.

Doch auch das sehe ich, für sich isoliert, als weniger dramatisch an. Woher sollte der Außenreporter des NDR wissen, dass es ein Kollege war? Nach Bekanntwerden hat man hier nach meinem Dafürhalten übrigens seriös reagiert. RTL selbst wäre ebenfalls etwas vorzuwerfen, wenn sie ihren Reporter in ihren eigenen Nachrichten als Teilnehmer ausgegeben hätten. Aber auch dies ist vermutlich nicht passiert. Wenn also einer ihrer Reporter durchdreht, ist das RTL nicht wirklich vorzuwerfen.

 

Omid Nouripour und muslimische Lieder in der Kirche

Omid Nouripour ist ein Schauspieler, der den „Experten für Sicherheitspolitik“ mimt, ohne auch nur einen Hauch Ahnung von der Materie zu haben. Dennoch ist er als MdB mit einem nichtdeutschen ethnischen Hintergrund natürlich geradezu prädestiniert, um mit provokanten Aussagen die Pegida-Proteste zu befeuern. Das dachte sich nun wohl auch die Bild. Sie rief ihn an und fragte ihn, ob er es nicht für eine gute Idee halte, muslimische Lieder in Kirchen zu singen. Er sagte wohl, dass es keine gute Idee sei. Allenfalls sei es denkbar, wenn in Moscheen seinerseits christliche Lieder gesungen würden. Die Bild nahm daraus ein paar Satzteile und schneiderte sich daraus eine Schlagzeile, die es zu einer Forderung Nouripours macht, an Weihnachtsgottesdiensten islamische Lieder zu singen.  Lügenpresse? Check!

 

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