Löwe Cecil: Waidmanns Heil, Doktor Palmer!

Der amerikanische Zahnarzt Dr. Palmer hat in Zimbabwe einen Löwen geschossen, mit Pfeil und Bogen oder mit der Armbrust. Da wünsche ich doch mal ein ganz herzliches und aufrichtiges „Waidmanns Heil!“

Waidmanns Heil, Dr. Palmer

So. Jetzt habe ich entweder Ihre Aufmerksamkeit oder Sie sind bereits dabei, mir eine Hassnachricht zu schreiben. Denn genau das, das Schreiben von Hassnachrichten und Drohungen ist die beliebteste Reaktion auf die Jagd des Amerikaners. So fordert der weltweite Internet-Mob seine Folterung und Ermordung, wie beispielhaft bei der WELT zu lesen.

Was ist passiert?

Was ist nun tatsächlich passiert? Nach den mir zum aktuellen Zeitpunkt vorliegenden Informationen hat der Amerikaner 50.000 Dollar für eine legale Jagdlizenz ausgegeben, die es ihm erlaubte einen Löwen zu schießen.

Seine Guides zogen ein totes Tier mit einem Fahrzeug durch die Landschaft um so eine Duftspur zu erzeugen, die ein Raubtier anlocken sollte. Ob sie dabei überhaupt in den Nationalpark gefahren sind, ist strittig. Während erste Meldungen noch behaupteten der Löwe sei gar im Nationalpark geschossen worden, ist diese Falschaussage inzwischen widerlegt. Ob heimische Guides in einem Land mit genügend Löwen das Gesetz brechen um in einen Nationalpark einzudringen, dürfte daher zumindest fraglich sein.

Als der Löwe kam, schoss Dr. Palmer ihn, konnte ihn jedoch nicht unmittelbar töten. Stattdessen floh das waidwunde Tier. Anders als die Medien insinuierten, wurde der Löwe daraufhin eben nicht „40 Stunden lang gehetzt“. Stattdessen gehört es zum sauberen Handwerk eines serösen Waidmanns, dass er ein verwundetes Tier sucht und von seinen Qualen befreit.

Anders als die mit dem Thema nicht befassten Narren, geht es dem Jäger nämlich keineswegs um eine Qual des Tieres. Vielmehr gilt es als ausgesprochen gut, wenn das Tier so gut getroffen wurde, dass es unmittelbar tot umfällt. Statt also den Löwen irgendwo in der Wildnis verludern zu lassen, suchten die Männer ihn und beendeten sein Leiden mit einem Gewehrschuss. Anschließend führten darin erfahrene Fachleute eine Häutung des Löwen durch, bei der auch der Kopf abgetrennt wird.

Das passiert zigtausende Male in Afrika jedes Jahr. Mit Löwen, mit Leoparden, mit Geparden, mit Nashörnern, Elefanten, Giraffen und Antilopen.

Warum musste er mit Pfeil und Bogen töten?

Während die Jagd mit Pfeil und Bogen (oder Armbrust) in Deutschland nicht erlaubt ist, ist sie in vielen anderen Ländern völlig legal.

Was nicht-Jäger scheinbar schwer verstehen können ist, dass es bei der Jagd keineswegs ausschließlich um die Nahrungsbeschaffung geht. Selbst komme ich aus einer Jägerfamilie und bin Angler. Wenn ich die Kosten für Monatskarten, Arbeitszeit und Ausrüstung zusammenrechne und anschließend noch die Fangbestimmungen bedenke, so kostet mich jeder selbst gefangene Fisch wohl das Fünf- bis Zehnfache dessen, was er beim Kauf im Geschäft gekostet hätte. Dennoch mache ich es. Warum?

Jagen (und Angeln) ist etwas, das Menschen machen, seitdem sie Menschen sind. Evolutionsbiologen könnten vermutlich sagen, dass es möglicherweise sogar in unseren Genen steckt. Doch selbst wenn nicht, bei der Jagd geht es um das Bezwingen der Natur und um das Schaffen von einer Sache mit den eigenen Händen. So wenig wie der Anbau von Tomaten im Garten jemals wirtschaftlich rentabel sein kann, wenn man die Arbeitszeit mitbedenkt, so wenig wird Jagen jemals nur „Beschaffen von Fleisch“ in einer Gesellschaft mit Wohlstand sein.

Vielmehr geht es darum, etwas mit eigenen Händen zu erreichen. Der Fisch, den ich selbst nach hartem Drill anlanden konnte, schmeckt um Welten besser, als der, den ich aus der Tiefkühltruhe im Supermarkt kaufe. Die selbst gezogenen Stachelbeeren sind ebenfalls etwas Besonderes, weshalb man sie seinen Freunden ja auch mit „aus dem eigenen Garten“ anpreist. Ein selbst gebauter Tisch wird einem immer mehr Freude machen (wenn er etwas taugt), als ein gekaufter.

Kurzum, die Jagd ist kein „Ernten“, sondern eine Beschäftigung mit einem inhärenten Zweck. Man jagt um zu jagen. Man will wissen, ob man es schafft das Tier zu überlisten.

So sehr in Deutschland auch dem Tierschutz hohe Priorität eingeräumt wird, so sehr erkennt der Gesetzgeber genau dies dennoch an. Dem Angler ist das Elektrofischen verboten, nur der Berufsfischer darf es machen. Dem Jäger in Deutschland sind Nachtsichtgeräte genauso verboten wie Schalldämpfer und Laservisiere. Auch ist das Jagen aus Autos heraus verboten. Vielleicht, weil die Wildtiere dann mehr Angst vor Autos bekommen würden, vielleicht aber auch, weil sie gerade keine Angst mehr vor Autos haben und daher so leichter überlistet werden könnten. Wenn aber Angeln und Jagen nicht mehr mit dem Überwinden und Bezwingen der Beute einher geht, dann ist es kein Angeln und kein Jagen mehr. Der Kauf von Tomaten im Geschäft wird schließlich auch nicht zu einem „Ernten“.

In Deutschland hat die Abwägung dazu geführt, dass der Einsatz von Pfeil und Bogen verboten ist, weil man vermutlich die Gefahr von nicht waidgerechtem Jagen als zu hoch einschätzt. Sprich, man erwartet, dass zu viele Tiere angeschossen entkommen werden, statt direkt erlegt zu werden.

In anderen Ländern wird dies nicht so gesehen. Mit Pfeil und Bogen zu jagen verlangt weitaus höhere eigene Fertigkeiten, dazu muss man sich der Beute deutlich weiter nähern. Während es für Gewehre inzwischen computerunterstützte Feuersysteme gibt, die auch auf 500 Meter noch Treffer garantieren, muss ein Jäger mit Bogen auf wenige Dutzend Meter ans eine Beute. Damit wird die Tätigkeit des Jagens, die wie gesagt ein wesentlicher Grund für die Jagd selbst ist, zu einer ganz neuen Herausforderung. Insofern habe ich vor Dr. Palmer eher mehr Respekt denn weniger, zumal gerade die Löwenjagd eine hochgefährliche Angelegenheit ist.

Selber würde ich nie einen Löwen mit dem Gewehr jagen, weil ich das als feige empfinden würde, sich einem solchen Raubtier aus sicherer Entfernung entgegen zu stellen. Das Schießen eins Löwen hat ja gerade deshalb seinen Reiz, weil es eines der gefährlichsten Tiere ist, das man jagen kann. Es dann aus sicherer Entfernung zu schießen, ohne dass der Löwe wüsste woher der Schuss kommt, würde somit seinen Sinn verfehlen. Ansonsten könnte man einen Löwen auch im Zoo hinter Gittern schießen. Um es jedoch mit Pfeil und Bogen zu tun, hätte ich zu viel Angst vor diesen Raubtier. Den Grund hierfür können Sie in diesen Videos sehen. Achten Sie auf die Anzahl der Gewehrschützen, die mit Sicherheit mit passenden Kalibern schießen…

All jenen, die von „unfair“ reden sei ins Stammbuch geschrieben, dass eine Jagd auf Löwen wohl kaum noch „fairer“ gehen kann. Zudem sind es ja auch genau diese Leute, die dann gerne begeistert auf Facebook Videos posten, bei denen ein Matador von einem Stier auf die Hörner genommen wird. Ein ähnlicher Ausgang ist bei der Jagd ohne eine Schusswaffe deutlich wahrscheinlicher und sollte somit von den „Tierfreunden“ begrüßt werden.

„Er hat eine Bedrohte Tierart gejagt!“

Dies ist eines der beliebten Argumente, was nicht zuletzt auch durch Filme bestärkt wird, die beispielsweise von den „letzten Löwen“ erzählen.

Tatsache ist, Löwen sind bedroht. So wie alles andere auch bedroht ist. Jede Tierart wird, dank Evolution, aussterben. Jede Tierart ist Schwankungen in ihren Zahlen unterworfen. Löwen sind aktuell jedoch weit davon entfernt, auszusterben. Es gibt zehntausende Exemplare. 

Tatsächlich ist die Zahl der Löwen in den letzten 2.000 Jahren dramatisch zurückgegangen, wohl vor allem durch den Menschen. Was Löwen bedroht sind jedoch nicht Trophäenjäger, sondern die Verringerung ihres Lebensraums. Straßen, Städte und Bauernhöfe, auf denen der Hausherr Kinder und Nutzvieh mit dem Gewehr verteidigt, haben den Löwen weitaus mehr dezimiert, als es teuer zahlende Jäger jemals könnten. Wenn, dann sollte sich der Hass also korrekterweise gegen afrikanische Bauern richten…

Er hat direkt am Rand des Nationalparks gejagt

Ein weiterer unsinniger Vorwurf. Ein Nationalpark hat eine Grenze, mit der er endet. Dass Wildtiere wandern ist bekannt, deshalb setzen sich auch Naturschutzinitiativen für größere Nationalparks ein. Der Schutz der Tiere gilt jedoch nur darin.

So wenig wie es verwerflich ist, die letzte Runde Alkohol eine Minute vor dem Ausschankverbot zu verteilen, so wenig ist der legale Abschuss eines Tieres einen Meter außerhalb des Nationalparks verwerflich. Wenn man damit ein Problem hat, dann sollte man für eine Vergrößerung des Parks kämpfen, nicht gegen den, der sich an die Regeln hält.

Seine Babys werden jetzt sterben!

Das ist ein weiter weinerlicher Vorwurf. Stimmt, möglicherweise werden sie das. Auch wenn es genügend Beispiele gibt, bei denen weibliche Löwinnen neue Männchen verjagt haben um ihre Jungen zu schützen bis diese alt genug waren, ist dies doch der häufigere Ausgang.

Dabei sind jedoch zwei Dinge zu beachten. Zum einen gibt es die berechtigte Annahme, dass Cecil zum Zeitpunkt des Abschusses bereits entthront war. Mit 13 ist er bereits alt für einen Löwen in freier Wildbahn gewesen, sodass seine Absetzung wohl eher eine Frage von Monaten, denn von Jahren war. Dass er überhaupt sein Revier verlassen hat um auf den Köder anzusprechen, statt sich von den Weibchen Beute machen zu lassen wie für Rudelchefs üblich, deutet ebenfalls darauf hin. Damit wären seine Babys bereits auch so ihrem Schicksal ausgeliefert gewesen.

Der andere Faktor kommt nur, wenn man die Tierwelt nicht zu vermenschlichen sucht. Ja, der neue Löwe wird möglicherweise Cecils zu junge Nachkommen töten. Er tut dies jedoch nicht aus Sadismus, sondern nur aus einem Grund: Er tut es, damit die Löwinnen wieder fruchtbar werden und seine eigenen Nachkommen bekommen können.

Cecils getötete Nachkommen werden also binnen weniger Monate auf natürlichem  Wege ersetzt. Es ist also nicht so, dass da jemand ein sinnloses Blutbad anrichtet. Vielmehr geht die Natur einfach nur den Weg, den sie auch bei seiner möglicherweise tatsächlich schon erfolgten Entthronung gegangen wäre. Oder wenn ihn ein Büffel auf die Hörner genommen oder ein Krokodil am Bein erwischt hätte.

Die Natur ist grausam und blutig. Hier zu vermenschlichen ist zwar in der post-heroischen und überzivilisierten Gesellschaft üblich, entspricht aber nicht dem, was außerhalb der Städte tatsächlich passiert.

Tiere sind gleichwertig mit dem Menschen

Ein weiteres häufig gehörtes „Argument“. Also ist ein Löwe auch so viel wert wie eine Tse Tse Fliege, eine Malariamücke oder eine FSME übertragende Zecke – und natürlich Ihre Mutter, lieber Leser? All diese Tiere sind in ihrem Lebensräumen enorm wichtige Bestandteile der Nahrungskette, die weit schlechter ersetzt werden können, als es der oberste Jäger in ihr kann.

Doch nehmen wir an, Menschen wären tatsächlich gleichwertig mit den Tieren. Die Konsequenz wäre, dass bei einem Wohnungsbrand eine Wahl getroffen werden müsste, mit beliebigem Ausgang, zwischen dem Goldfisch im Glas, einer Käfigratte, einer Vogelspinne und dem ohnmächtig am Boden liegenden Menschen.

Ich weiß, dass ich dann auch jene Menschen vor dem Feuer retten würde, die für Jäger am liebsten wieder die KZs in Betrieb nehmen würden.

Tatsächlich schützt Trophäenjagd Tierarten

Wenn die Großwild- und Trophäenjagd nicht als Wilderei stattfindet, dann findet sie nach der Zahlung sehr hoher Gebühren statt. In Namibia wurde beispielsweise ein Nashorn geschossen, nachdem der Jäger 350.000 Dollar Gebühr bezahlt hatte.

Leider scheint hier kaum jemand die ökonomischen Zusammenhänge zu verstehen, weshalb ich sie hier erläutern möchte. Jede Tierart, selbst wenn sie bedroht ist, vermehrt sich, die Weibchen bekommen ja Junge. Damit steigt ihre Population ohne Fremdeinwirkung (die zu Verhindern aber etwas kostet) an. Nimmt man die durchschnittliche Fertilität der Tierart mit der Lebenserwartung, kommt anschließend ein Prozentsatz heraus, den man jährlich schießen kann, damit der Bestand gleich bleibt. Ich habe von Kodiak Island gelesen, dass man dort errechnet habe, 8% der Bären jährlich schießen zu können, damit der Bestand konstant bleibe.

Selbst wenn man aber den Lebensraum für ein Anwachsen der Population hat, und das hat man aus oben genannten Gründen oft genug nicht, so kann man dennoch einen kleinen Anteil der Population jährlich schießen, ohne ein Wachstum zu verhindern.

Erlaubt man jedoch so nun den Abschuss, entsteht ein gewaltiger ökonomischer Rattenschwanz, der seine mächtige Wirkung entfaltet.

Wer 350.000 Dollar für den Abschuss eines Nashorns ausgibt, der fährt nicht mit dem Bus vom Flughafen zum Hostel. Der nimmt ein Taxi oder gar einen Helikopter und fliegt zur 5-Sterne Lodge. Überall dort gibt er Geld aus, das Arbeitsplätze und Wohlstand schafft. Seine Träger, Fahrer und Jagdguides müssen genauso bezahlt werden, wie die Köche und Kellner seiner Mahlzeiten.

Während der Jäger also weit mehr als die 350.000 ausgibt und in einem der ärmsten Länder der Welt von außen in die Wirtschaft investiert, haben all die Beteiligten einen unmittelbaren Nutzen von der Jagd.

Jeder dabei Angestellte weiß, dass er seinen Job nur wegen der Jagd hat. Fast jeder davon wird schlau genug sein zu wissen, dass er diesen Job nur behält, solange es auch noch Jagdbeute gibt!

Wenn ein Bauer als Fahrer für Jäger jobbt, kann er damit eine Menge verdienen. Wenn er dann einen Löwen auf seinen Feldern sieht, wird er deutlich wahrscheinlicher verjagen, als selbst schießen. Schließlich würde das Schießen (und damit die mit Strafe bedrohte Wilderei) ihm keinerlei ökonomische Vorteile bringen, ja sogar seinen lukrativen Zuverdienst als Fahrer gefährden.

Profitiert er hingegen nicht selbst wirtschaftlich an den Tieren, so wird er den Löwen aus Angst um seine Kinder und sein Nutzvieh kurzerhand abknallen. Oder eben den Elefanten, der ihm seine Felder zu zertrampeln droht. Zudem wurden ja hohe Summen als Gebühren für den Abschuss eingenommen, die Ausgleichszahlungen für Schäden oder den Bau von Zäunen genauso ermöglicht, wie die Bezahlung von Rangern, die die anderen Tiere vor Wilderern schützen können.

Natürlich geht dies auch mit Touristen, aber genau dafür gibt es ja auch die Nationalparks. Indem man also außerhalb der Parks die streng kontrollierte Jagd erlaubt, erweitert man den von den gefährlichen (!) Tieren profitierenden Personenkreis unmittelbar. Je mehr Leute von der Existenz der Tiere profitieren, ja handfeste Vorteile haben, desto wahrscheinlicher ist, dass sie sich selbst für den Schutz der Tierart einsetzen. Darüber hinaus können die astronomischen Abschussgebühren für die Bezahlung von Parkwächtern und deren Ausrüstung genutzt werden, was den Schutz vor Wilderei erst ermöglicht.

Am besten schützt man Tiere, indem die Leute einen Nutzen in den Tieren sehen. Nicht, indem Verbote ausgesprochen werden, die die menschen als Schädigung emfpinden.

Flapsig könnten man auch sagen: Warum Hausschweine nicht vom Aussterben bedroht sind, hat einen klaren Grund. Weil wir sie zu Millionen züchten, obwohl sie gotterbärmlich stinken. Denn die Zucht mag unangenehm sein, sie bringt den Züchtern jedoch handfeste Vorteile. Diese handfesten Vorteile müssen auch die Bewohner, nicht nur die Regierungen, der Länder mit bedrohten Tierarten sehen!

Denn letztendlich geht es doch bei jedem, der zu klaren Gedanken in der Lage ist, bei der Erhaltung einer Tierart nicht um den Schutz eines einzelnen Individuums, sondern um das Überleben der ganzen Gattung. Wenn diese durch Abschüsse erst ermöglicht wird, wie könnte man bei klarem Verstand sein und gleichzeitig dagegen opponieren?

Trophäen darf man nicht jagen!

Wieso eigentlich nicht? Gibt es irgendein menschliches oder göttliches Gesetz, das eine 100%ige Nutzung eines erlegten Tieres durch den Jäger vorschreibt? Bei jedem von Menschen getöteten Tier wird nicht jedes einzelne Molekül an und in seinem Körper verwendet.

Viele Tierarten machen genau dies. Orcas essen sehr oft nur die Zunge eines getöteten Wals. Viele andere Tierarten nehmen sich ebenfalls nur die schmackhaftesten Teile der Beute und überlassen den Rest den Geiern.

Für sein Fell ein Tier zu töten ist somit so gut oder schlecht, wie jeder andere Grund. Zumal die von all den Empörten so vergötterte Natur es keinen Deut besser macht.

Ach so: Dass PETA inzwischen zur Hinrichtung des Jägers aufruft, wird wohl niemanden mehr wundern.

Ich hoffe, der IS fängt bald an Katzenbabys vor der Kamera zu erwürgen und Hunde lebend zu kochen.

Man kann übrigens jederzeit Empathie für Tiere empfinden. Auch ich habe nach dem Einschläfern unseres ersten Familienhunds bitterlich geweint. Ich habe auch Mitleid mit leidenden Tieren und wünsche es keinem Löwen, 40 Stunden mit einem Pfeil oder Bolzen in der Brust leiden zu müssen. Doch schockiert mich ehrlich gesagt, wie die Tierfreunde alle Hemmungen verlieren. Man wünscht sich eine Kastration des Jägers oder man hofft lautstark, die Medien würden dann den Kopf des Jägers zeigen – übrigens der „meistgelikte“ Kommentar bei der WELT.

All diese Aufregung um ein Tier. Ok, man kann empört darüber sein. Wenn man aber gleichzeitig zu keinem Zeitpunkt die 20.000 von Mugabe um die Ecke gebrachten Menschen bedauert und bejammert hat, wenn man nur voller Empörung und Hass aus dem Sessel kommt, wenn ein Tier getötet wird, dann ist es keine Tierliebe mehr, sondern Menschenfeindlichkeit.

Irgend jemand meinte damals, der Völkermord in Ruanda hätte gestoppt werden können, wenn die Hutus nicht Tutsis, sondern Berggorillas abgeschlachtet hätten. Dann wäre die Empörung groß Genug für einen Militäreinsatz gewesen. Als der IS Menschen zu tausenden ermorderte, war Abscheu in den Medien zu finden. Als er es jedoch wagte, Jahrtausende alte Steinstrukturen zu zerstören, kochte die Stimmung erst richtig hoch. Wenn er jetzt aber Wale jagen und Katzenbabys vor laufender Kamera erwürgen würde, dann würde sich vermutlich binnen drei Tagen eine internationale Armee finden lassen, die diese unbeschreiblichen Schlächter binnen Wochen stoppen würde.

Aber so lange eben nur Menschen zu Tausenden ermordet werden, in einem fernen Land, kümmert es den post-heroischen Wohlstandsgesellschaftler eben nicht wirklich. „Tiere sind eben die besseren Menschen“, oder so…

Siehe auch:

einen lesenswerten Artikel auf TAZ.

From Gamergate to Cecil the lion: internet mob justice is out of control

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11 Gedanken zu „Löwe Cecil: Waidmanns Heil, Doktor Palmer!

  • Mir fehlen bei diesem Artikel wirklich die Worte 😀
    Ich brauch auch keine Hassnachricht verfassen, ein gut platziertes Hurensohn reicht hier völlig aus 😀

    • ich jage und angle! Gerne!
      Aber nicht so.
      Das zweite Video zeigt es:
      Am hellen Tag trotz großer und nicht gerader leiser Corona…. sitzt der Mähnenlöwe alleine in der Sonne!
      Völlig atypisch! einer alleine! Mit dicker Mähne! bei dem Busch wäre solch eine Mähne nie von Dauer… die hängt in den Dornen und nicht am Löwen!
      Und allein statt zu zweit oder dritt wie bei „Junggesellen“ üblich!
      Oder als Chef eines Rudels… einer alleine im besten Alter mitten in der Sonne…. Zäune sieht man ja auch.
      Das ist 100%ig ein Zoolöwe oder Zuchtlöwe, der in einem südafrikanischen Gatter liquidiert wird….. und zuvor meist noch reichlich betäubt! nicht nur eine Aspirin…

      Der „Gastjäger“ wird reichlich von schwerbewaffneten gedeckt…. selbst als der Löwe die Gefahr erkennt flieht er nicht… scheinbar kennt er das Gelände (noch) nicht.. kein Fluchtversuch… wohin den auch? bis zum Zaun? Und dann wird er angeschossen, die nächsten Kugeln schlagen sonst wo ein… bis einer der professionell Hunter der ganzen ein Ende bereitet! ist ja sooooo gefährlich.. tausende Jagdtouristen werden ja jedes Jahr getötet…. besonders von den Antilopen…
      ..ich bin mir sicher, ein wilder Löwe hätte seinen Peiniger in de Situation gehabt… der hier muss das Töten noch lernen… aber zuvor wird er selbst getötet…
      nun kann der stolze Waidmann die 20.000 oder 30000 oder mehr $$ abdrücken und den Zoolöwen ausstopfen lassen und überall erzählen, wie toll er ist und damit seine Impotenz kleinen Schwanz kompensieren….

      Schuld ist aber auch die Allgemeinheit! jeder Zoo, jeder Tierpark braucht jedes Jahr Tierbabys…. auch und gerade Löwen…. aber wo kommen die alle hin? klar in andere Zoos! ja jeder Park hat ein, zwei, dreimal 4 oder 5 Babys… jedes Jahr! kommen alle in andere Zoos… was mit den vielen Giraffen wird, haben ja jetzt auch die doofen kapiert….. Löwenfutter! was passiert mit den vielen Löwen…. Jagdfutter für Amerikaner und Europäer mit kleinen Geschlechtsteilen…. ich werde weiter jagen…. Schweine, Rehe und essen (lecker!)… es würden sonst zu viele …. aber das hier hat mit Jagd nichts, aber auch gar nichts zu tun!!!! Das ist einzig und allein ein Geschäft!

  • Man darf kein waidwundes Tier herumlaufen lassen…. Warum verwundet er es denn eigentlich??
    Er hätte das verwundete Tier auch irgendwo verenden lassen können aber nein, er hat es gesucht – wie heldenhaft!! Er hat es gesucht, weil er sonst nichts für´s Foto gehabt hätte!!!
    Wollen Sie uns verarschen???

  • Auf Bastarde wie dich sollte man legal die Jagd eröffnen dürfen. Menschlichem Abfall wie dir würde ich die Kugel mit einem lächeln zwischen die Augen schiessen, du dreckiger Hurensohn!

    • und damit wären Sie dann übler und gruseliger, als Idi Amin und Bokassa zusammen 😉

  • Hier meine Zustimmung zu dem Artikel auch auf deinem Blog.
    Man kann zu dem Vorfall stehen wie man will. Selbst wenn ich das Geld hätte,
    würde ich keine Jagd auf exotisches Wild machen wollen, ich spendete es „eigentlich“ lieber möglichst zweckgebunden an die Verantwortlichen in o. g. Ländern. Aber!
    Hätte ich das Geld wirklich, würde ich es dann auch tatsächlich machen?
    Einfach so richtig schweineviel Geld verschenken (an einen Dikator wie Mugabe!) und nichts davon haben außer dem höchst abstrakten Gefühl, daß es den gewünschten Effekt bringt, und den Tieren durch Bevölkerung und Regierung ein Funken mehr Beachtung geschenkt wird? Nein, ich bleibe realistisch! Meine Spende wird wohl für protzigen Plunder in Mugabes Privatpalast ausgegeben, während er gelangweilt den nächsten interessierten Großwildjäger auf der Anmeldungsliste auswählt und den Betrag für die Jagdlizenz dankend entgegen nimmt. Da behalt ich mir doch lieber die paar Zigtausend oder gar Hundertausende Dollar und hau damit selber auf den Putz. Ich stimme mit dir überein, daß in armen Ländern der Tierschutz nur dann funktioniert, wenn die Tiere kommerziell einen Wert für die dortige Bevölkerung haben. Arme Länder können sich keine Sentimentalitäten leisten, wie unsere reiche Gesellschaft. Die Menschheit mag ein Arschloch sein, aber wenigstens ist sie käuflich.

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