Leben, um zu gewinnen

Ich habe meinen Hausstand in Deutschland aufgelöst und mein ganzer Besitz lässt sich heute in ein Auto packen. Ich stehe kurz vor einem dauerhaften Übersiedeln über den Atlantik, wahrscheinlich in Panama, eventuell auch auf den Bahamas. Ich werde dort ankommen ohne jemanden zu kennen und ohne eine Arbeitsstelle zu haben. Was für andere eine Horrorvorstellung ist, lässt mich jedoch relativ unbesorgt. Der Grund dafür ist, wie ich mein Leben sehe.

 

Vom Fallen und Sitzen

„In Deutschland kann es keine Revolution geben, weil man dazu den Rasen betreten müsste.“ Ich glaube, das sollte von Stalin sein und es trifft in Teilen mein Volk ziemlich gut. Alles soll geordnet ablaufen. Alles soll sicher sein. Deshalb sind die Deutschen auch Versicherungs-Weltmeister. Selbst eine Hausratsversicherung hat fast jeder, weil es scheinbar eine schlimme Vorstellung ist, wenn einem Wasch- und Kaffeemaschine bei einem Hausbrand abhanden kommen, der doch bei fast keinem je vorkommt. Lieber zahlt man sinnlos sein Leben lang monatlich einen kleinen Betrag, der, schlau investiert, schon nach 10 Jahren mit seiner Rendite einen komplett neuen Hausstand erspart hätte.

Es ist das Land, in dem noch heute ein jeder zweite (geschätzt) 16-jährige als Berufsziel nennt, Beamter zu werden. Alles soll geordnet und sicher sein. Wer in den letzten 30 Jahren bei 15 Firmen gearbeitet hat, ist unseriös. Mit dem kann etwas doch nicht stimmen. Es ist diese Haltung, die so viele Firmengründungen, aber auch andere große Schritte verhindert. Es ist die panische Angst so weiter Teile des Volkes, zu fallen.

Ich habe in meinem Leben sehr viele Rückschläge erlitten. Immer wieder funktionierte etwas nicht wie geplant.Immer wieder habe ich an einer Geschäftsidee mit einem Partner gearbeitet oder etwas in Aussicht gestellt bekommen, das dann scheiterte. In meiner kurzen Politiker-Karriere scheiterte ich einige Male unschön, nicht zuletzt natürlich auch durch den in Parteien wohl üblichen Betrug und Verrat. Dennoch habe ich mich stets wie ein Gewinner gefühlt und immer wie ein Gewinner gedacht.

Als ich einmal mit meinem Vater telefonierte und ihm sagte, was gerade wieder nichts geworden sei und ihm gleich ein paar neue Ideen präsentierte, meinte er mit einem seltsamen Unterton in seiner Stimme, den ich im Nachhinein als Anerkennung interpretiere: „Es ist unfassbar, wie Dich nichts niederschlagen kann.“

Nein, es ist eigentlich nicht unfassbar. Es ist nur eine einfache Erkenntnis: Wer aufsteht, kann fallen, das ist richtig. Aber alles, was nötig ist, ist nur ein einziges Mal häufiger aufzustehen, als man hingefallen ist, dann steht man. Die meisten Deutschen haben jedoch so große Angst vor dem Hinfallen, dass sie lieber sitzen bleiben.

 

Allein Träume sollten Grenzen bestimmen

Als ich einem Freund erzählte, ich würde eine Firma gründen, reagierte er ungehalten. Er warf mir vor, ich sei größenwahnsinnig. Sein Plan war es, einfach nur Journalist bei einer Zeitung zu werden. Er gehörte zu denen, die mir mit meiner Firma nicht Glück wünschten, sondern die sich meinen Misserfolg erhofften. Die Freundschaft ging bald darauf in die Brüche.

Vielleicht war es der Neid auf jemanden, der den großen Wurf wagt, statt nur kleine Brötchen zu backen. Vielleicht waren die Schilderungen meiner Hoffnungen zu grandios für jemanden, dessen Hoffnung im Leben sich auf ein durchschnittliches Gehalt und ein Leben im gleichen Betrieb beschränkten. Vielleicht wirkte ich auch zu arrogant bei den Schilderungen meiner Hoffnungen. Ich weiß es nicht. Aber mir war klar, dass ich keine Firma gründen würde, alleine mit der Hoffnung, gerade so meine Rechnungen bezahlen zu können.

Es mögen abgedroschene Sprüche sein, aber ich bin der festen Überzeugung, dass jeder seines Glückes Schmied ist. Dass „Wo ein Wille, da ein Weg“ wirklich gilt. Ich weiß, dass ich etwas nur genug wollen und hart genug dafür arbeiten muss, dann kann ich es auch bekommen.

Ich habe mich stets geweigert, ein mittelmäßiges Leben für genug zu erachten. Mit meinem guten Abschluss könnte ich heute wohl in irgendeinem Archiv oder Museum verbeamtet sein, was meine ganze Zukunft sichern würde. Auf einem komfortablen Level zwar, doch außerhalb meiner Kontrolle. Nein, lieber halte ich mich an Paul Stanley:

I remember seeing people who seem to compromise their lives and sell themselves so short not allowing themselves to live out their dreams and i remember thinking to myself: that’s not going to be me.
I remember thinking to myself you got to go for your dream you got to go forward you aspire to be because in the end perception becomes reality. Whatever you create, if other people see it, becomes real.
I decided that i would become a rock star and lone behold that’s what i did
[…]
I had dreams that we’re way beyond that. Different.
Things that i wanted out of life that may be seemed impossible to others but things are only impossible when you decide they are impossible.
Your dreams become the blueprints for your reality so everything that i dreamed was just part of my plan to get out of where i was

Hier ausführlicher:

 

 

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