Islamkritik als Wegbereiter für die Freiheit

Europa und die westliche Welt befindet sich in einer fatalen Version der Wiederholung der Geschichte. Auch wenn manche Medien es schönreden wollen, wir haben ein Problem. Millionen unserer Mitbürger sind muslimischen Glaubens. Wie viele von ihnen wirklich radikal sind, ist unklar. Klar ist jedoch, dass praktisch alle von ihnen friedlich sind. In der Frage der radikalislamischen Bedrohung wäre es jedoch an der Zeit nicht nur in Solidarität zu Charlie Hebdo #JesuisCharlie zu twittern, sondern voller Selbstkritik #NoussommesIndiraGandhi.

 

Indira Gandhi war Europa heute

Indira Gandhi, war Premierministerin von Indien, als sie 1984 die Eroberung des von bewaffneten Sikhs verteidigten Harmandir Sahib, dem Goldenen Tempel, befahl. Die Sikh waren unter der Führung von Jarnail Singh Bhindranwale und strebten nach der Errichtung von Khalistan, einer Sikh-Theokratie.

Indira Gandhi wusste, dass nicht wenige Sikh diese Bewegung unterstützten, als Premierministerin Indiens stand die staatliche Einheit für sie jedoch nicht zur Debatte. Während sie ihr Militär auf die bewaffneten Sikh-Separatisten schießen ließ, stellten Angehörige der gleichen Glaubensgemeinschaft ihre Leibwache. Doch Indira Gandhi vertrat die Ideale eines säkularen Staates und lehnte es ab, die Angehörigen der Glaubensgemeinschaft aus ihrer Leibwache abzuziehen, während ihr Militär gerade die Glaubensbrüder ihrer Leibwächter in dreistelliger Zahl töteten und den heiligen Tempel mit schweren Waffen beschossen.

Am Vormittag des 31. Oktober 1984 sollte sie Peter Ustinov ein Interview geben. Während er auf sie wartete, wurde sie von ihren beiden Sikh-Leibwächtern Satwant Singh und Beant Singh erschossen. Von 30 Kugeln getroffen wurde Indira Gandhis Tod kurz darauf in einem Krankenhaus in Neu-Delhi festgestellt.

 

Der „Volkszorn“ entlud sich

Nach der Ermordung der Premierministerin wurden in den folgenden Tagen 3.000 Sikhs ermordet und 100.000 mussten fliehen. Vertreter einer kleinen Minderheit hatten zur Durchsetzung ihrer auf der Interpretation ihrer Religion basierenden politischen Ambitionen Blut vergossen, woraufhin die Angehörigen der Religion von gewalttätigen Teilen der Mehrheitsbevölkerung kollektiv zur Verantwortung gezogen wurden.

Dabei interessierte den mordenden Mob nicht, dass die beiden Mörder von Sikh-Wachen festgenommen wurden, Beant Singh durch Sikh-Wachen wegen eines (angeblichen) Versuchs nach einer Waffe zu greifen erschossen wurde und dass Soldaten des Einsatzes gegen die Sikh-Aufständischen durch Zail Singh, den Präsidenten Indiens und Sikh, mit Orden ausgezeichnet wurden. Gemordet wurde dennoch.

 

Deutschland ist Indira Gandhi

Deutschland ist in einer Situation, die der der indischen Premierministerin nicht unähnlich ist. Wie der Rest Europas haben wir mit dem radikalen Islam zu kämpfen, dessen Anhänger hierzulande rasant zahlreicher werden. Gleichzeitig haben wir einen an sich liberalen Rechtsstaat, der keine Kollektivstrafen und keine drastischen Zwangsmaßnahmen ohne rechtskräftige Verurteilung erlaubt.

Damit sind wir wie Indira Gandhi an einem Punkt, wo wir wissen, dass unter unseren Leibwächtern ein paar lauern, die nichts lieber tun würden, als uns mit einer Garbe aus ihrer Maschinenpistole ins Jenseits zu schicken. Da sie dies jedoch nicht offen bekanntgeben, müssten wir zu kollektiven Maßnahmen greifen, die die ganze Grundidee unseres Gemeinwesens pervertieren würde. Vielleicht bleibt uns daher nicht viel anderes, als schlicht auf das Aufbellen der Waffen zu warten?

Drastisch zeigte sich dies in Frankreich, wo alle drei Terroristen bereits vorher den Behörden bekannt waren. Sie hatten radikale Islamisten besucht und hatten in Syrien gekämpft. All dies wussten die französischen Behörden, ohne jedoch etwas zu tun. Wo Diktaturen zu Internierungen oder anderen Zwangsmaßnahmen gegriffen hätten, zeigte sich der liberale Rechtsstaat Frankreich verwundbar, weil er die Unschuldsvermutung richtigerweise nicht aufgeben wollte.

 

Islamkritik ist essentiell

Ein anderer Ansatz wäre vielleicht, auf unsere muslimischen Mitbürger zuzugehen. Nicht in der Art, wie es uns die Medien und die Linken vermitteln, die nichts besseres zu tun haben, als unmgehend mit einem Whitewashing des Islams zu beginnen, wann immer ein Terroranschlag erfolgt. Sondern vielmehr in der Art, dass wir die Muslime damit konfrontieren, dass es eben kein Zufall ist, dass die überwältigende Mehrzahl aller Terroristen in den letzten 15 Jahren „Allahu Akbar“ brüllte, bevor sie mit dem Morden begann.

Das große Problem des Islams ist die weitgehend fehlende Selbstkritik. Wer „Das sind keine Muslime“ sagt, der muss nichts mehr am eigenen Glauben hinterfragen. Der muss sich nicht fragen, ob er und sein Glauben doch etwas damit zu tun haben könnten, worauf Konsequenzen folgen müssten. Indem dann sogar noch „Das ist ein Angriff auf den Islam“ gesagt wird, wird man sogar zum Opfer und fremdes Hinterfragen kann empört zurückgewiesen werden.

Richtig wäre zu fragen: „Was haben die mit uns zu tun und wieso wurden sie so? Wie hat unser Glaube da mitgespielt?“ Würde man dies machen, dann könnten die so dringenden Innerislamischen Konsequenzen folgen. Konsequenzen, die wir Deutsche aus dem NS-Regime genauso gezogen haben wie aus brennenden Asylantenheimen. Dort kam auch keiner auf die Idee zu sagen: das sind keine Deutsche. Die handeln antideutsch.

Dann hätten wir unsere Geschichte nie aufgearbeitet. Einfach wäre es allerdings gewesen. Und bequem.

 

Ein Sieg über den radikalen Islam geht nur mit den Muslimen

Denn egal, wie wir es drehen wollen, ein Sieg über den radikalen Islam geht nur in Zusammenarbeit mit den Muslimen. Wir haben Millionen deutsche Staatsbürger, die muslimischen Glaubens sind. Sie sind hier und sie werden hier bleiben. Der Islam nach meinem Verständnis mag kein Teil dieses Landes sein und wird es hoffentlich auch nie, die Muslime sind es dagegen schon längst. Das ist ein Fakt.

Um aber den radikalen Islam zu besiegen, werden wir ihre Mithilfe brauchen. Sie müssen es sein, die an vorderster Front gegen den Islamismus stehen, weil er in ihrer Mitte verwurzelt ist. Sie sind es, die die Veränderungen von Freunden bemerken, die deren Flüche hören und ihren zunehmenden Hass auf den Westen, Amerikaner und die Juden als erste erfahren. Sie sind es auch, die die Sprache sprechen, in der Hassprediger möglicherweise zur Ermordung von Juden aufrufen, wie es erst vor wenigen Monaten in Berlin geschah.

Dabei geht es nicht um linke Multi-Kulti-Träumereien. Die Muslime sind hier und ein Fakt, und eine gemeinsame Zukunft wird nur miteinander gehen, nicht gegeneinander. Dazu müssen Sie aber anerkennen, dass der Terror aus ihrer Mitte entsteht, während wir uns immer wieder klar machen müssen, dass trotz des gleichen Gebets ein Unterschied zwischen Muslim und Islamisten besteht. Oder, um es aus liberalem Standpunkt zu sagen, wir müssen schlicht und ergreifend zwischen Individuum und Ideologie unterscheiden. Nur dann haben wir eine Chance, dass ein Muslim, der von Anschlagsplänen eines Glaubensgenossen hört, einen feuchten Kehricht auf Al-Walā‘ wa-l-barā‘ und die Umma gibt und lieber zu dem „ungläubigen Polizisten“ geht, wie es beispielsweise in Großbritannien passiert ist, wo sogar eine Mutter die Behörden über ihren radikalen Sohn informierte.

Denn, und dessen sollten sich alle Seiten klar sein, die ersten und zahlreichsten Opfer des radikalen Islams sind die Muslime. Sie sind es, die die Unterdrückung der Individualität am meisten verspüren und sie sind auch die hauptsächlichen Opfer ihrer radikalen Glaubensgenossen. Wie auch immer wir ihren Glauben interpretieren, selbst wenn wir als fundamentale Islamkritiker ihn wie der IS verstehen, wir dürfen sie nicht über einen Kamm scheren und persönlich angehen. Wenn wir Muslime pauschal attackieren, weil wir ihre Religion so wie die Fundamentalisten verstehen, dann werden wir effektiv zu deren Sekundanten und fallen allen moderaten Muslimen in den Rücken. Statt die Muslime, die unsere Freiheit und Pluralität schätzen, fest zu umarmen und ihre Freiheit zu schützen, würden wir uns in solch einem Fall an die Seite der „Islamisten“ stellen und jeden moderaten Muslim de facto vor die Wahl „abschwören oder Islamist werden“ stellen. Dies kann einfach nicht in unseren Interesse sein.

Schließlich wäre eine solche Handlung nicht nur moralisch falsch und illiberal, sie ginge auch an der Realität vorbei. Lassana Bathily versteht sich als gläubiger Muslim. Der Angestellte des koscheren Supermarkts in Paris versteckte sechs höchstwahrscheinlich jüdische Kunden vor dem muslimischen Terroristen, statt diesem gemäß Sure 5,51 zur Hilfe zu kommen. Der Muslim Achmet Merabet war es, der als erster Polizist zum Gebäude des Charlie Hebdo Büros kam und dort vor laufenden Kameras von den Terroristen ermordet wurde. Auch wenn er es nicht bewusst gemacht haben mag, so hat dieser Muslim doch sein Leben bei dem Versuch gegeben Menschen zu verteidigen, die seinen Glauben angriffen.

Sollten wir diesen Menschen in den Rücken fallen und ihnen erklären, sie seien in Wahrheit nur verkappte Islamisten und würden Taqiya betreiben, wie es nicht wenige radikale Islamkritiker tun? Sicher nicht. Aber vielleicht sollten sich ihre Glaubensbrüder an ihnen ein Beispiel nehmen und den radikalen Islam aus ihrer Mitte tilgen, so wie es in Deutschland seit fast 15 Jahren mit dem Rechtsextremismus geschieht? Ganz besiegen lässt sich beides nicht. Die Gefahr wegen ein paar harmloser Karikaturen ermordet zu werden, würde aber doch merklich sinken. Das fände ich nicht gerade schlecht. Die Meinungsfreiheit braucht solche Karikaturen nämlich.

 

Solange aber die islamischen Verbände mit „Das sind keine Muslime“ den islamischen Kern des radikalislamischen Terrorismus verleugnen, und solange sie mit „Die Meinungsfreiheit ist gut, aber…“ gegen die Meinungsfreiheit antreten, solange muss die islamische Lehre wohl auch von außen weiter konfrontiert werden. Dazu brauchen wir die Muslime, während sie selbst die islamischen Wurzeln des „islamistischen Terrorismus“ nicht verleugnen dürfen.

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