Es lebe der Wucher!

Fast zwei Wochen nach „Supersturm Sandy“ an der US-Ostküste sind nicht nur mehrere hunderttausend Menschen ohne Strom, auch Treibstoff ist nach wie vor knapp. Nach wie vor bilden sich lange Schlangen an Tankstellen und New Jersey und New York haben sogar die Ausgabe rationiert. Die Staatsanwälte von NJ und NY gehen unterdessen aggressiv gegen Wucherer vor. Dabei wäre Wucher die schnelle und effektive Lösung für die Probleme.

Feste Preise verknappen das Angebot
Wie jeder im Wirtschaftsunterricht lernt, wird der Preis von Gütern durch Angebot und Nachfrage bestimmt. Aktuell herrscht eine Knappheit im Angebot, und die Leute wollen ihre Autos und Stromgeneratoren betanken. Damit wird der Bedarf groß. Die logische Folge wäre ein Ansteigen des Preises. Allerdings gibt es in den USA anti-Wucher Gesetze. Diese sollen die Menschen vor dem Ausnutzen einer Bedarfslage und der entsprechenden Preiserhöhung schützen. Die Folge ist, dass die Menschen keine 8 Dollar für eine Gallone bezahlen müssen, sondern nur etwa 3,30 Dollar – wenn sie denn Benzin bekommen.
Indem der Preis nämlich nicht erhöht werden kann, hält es Kunden nicht von unnötigen Käufen ab. Man füllt besser noch den Benzintank seines Autos und ein paar Benzinkanister, denn vielleicht gibt es ja später keinen Sprit mehr? Dabei füllen Leute am Zapfhahn Benzin ab, das Menschen weiter hinter in der Schlange dringend nötig hätten, beispielsweise für einen Generator. Während also einerseits unnötige Hamsterkäufe aus Angst vor versiegenden Ressourcen durchgeführt werden, wird möglicherweise das letzte Benzin entnommen, direkt vor einem in der Schlange Stehenden, der es dringend nötig hätte.

Das Angebot kann nicht steigen
Was würde passieren, wenn die Preise freigegeben würden? Sie würden steigen. Ja, das würde es für die Kunden verteuern, und einen Generator einen Tag betreiben zu können würde möglicherweise 30 Dollar extra kosten. Allerdings würde man ihn betreiben können, da man Benzin hätte! Was bringt es dem Bewohner von Staten Island, wenn an der Tankstelle 3,30 Dollar steht, aber die Tanks leer sind und die Schlangen 10 Blocks weit reichen? Er bekommt in der Regel kein Benzin.
Aktuell wird unnötigerweise Benzin durch nicht Bedürftige gekauft, wie oben beschrieben. Gleichzeitig wird verhindert, dass Menschen sich stärker um die Lösung des Problems kümmern. Würde der Benzinpreis auf 8 Dollar steigen, so wäre es für den Eigentümer eines Tankfahrzeugs in Chicago rentabel, nach New York zu fahren um dort das Benzin auf der Straße zu verkaufen. Er würde hunderte Meilen Spritkosten, seine Zeit und die Abnutzung seines Fahrzeugs durch 8 Dollar je Gallone wunderbar abgegolten bekommen. Verdient er aber nicht mehr als 5 cent pro Gallone, was der normalen Gewinnspanne eines Tankstellenbetreibers entspricht, so rentieren sich schon 100 Meilen Anfahrt nicht mehr.

Auch andere Bedürfnisse werden nicht gedeckt werden
Warum sollte eine Werkzeughandelskette von entfernten Filialen bereits ausgepackte Stromgeneratoren neu verpacken und in die Katastrophengebiete schicken, wenn die Gewinnspanne durch die notwendigen Logistikausgaben aufgefressen wird, die Preise vor Ort aber nicht erhöht werden dürfen? Sie wird die Generatoren also nicht herbeischaffen, obwohl sie woanders vorhanden wären. Um eine Preiserhöhung bei Stromgeneratoren also zu vermeiden stellt die Politik sicher, dass die Bedürftigen sich keine kaufen dürfen.
Gleiches wird für Handwerker gelten. Warum sollte ein Handwerker aus Texas jetzt ein Jahr lang von seiner Familie wegziehen um in New Jersey zerstörte Häuser neu aufzubauen, wenn er dafür nicht den doppelten Lohn verlangen darf? Solange man nicht in einer Diktatur ist, die ihre Arbeiter mit vorgehaltener Waffe zur Arbeit am Bedarfsort zwingt, so lange müssen finanzielle Anreize geschaffen werden. Eine Firma wird diese aber nicht durch höhere Preise schaffen können, was die Reparaturen vor Ort vor allem den lokalen Firmen aufbürden wird. Diese werden jedoch völlig überfordert sein, womit sichergestellt wird, dass noch in einem Jahr viele Häuser zerstört sein werden.

Der Preis würde sich schnell normalisieren
Wären die Preise freigegeben, so würde Benzin schnell sehr teuer werden. Dies würde die Menschen dazu zwingen, sich fünfmal zu überlegen, ob sie wirklich Sprit brauchen. Betriebene Generatoren würden runter gedreht werden, indem man viele Lichter im Haus aus lässt und den Fernseher abschaltet. Autofahrer würden nur genug tanken, um mit dem Sprit aus der Stadt zu einer Tankstelle mit normalen Preisen zu kommen. Keiner würde Hamstern, weil es schlicht und ergreifend zu teuer wäre.
Gleichzeitig würden die hohen Preise neue Anbieter wie die Motten ins Licht ziehen. Jeder, der ein Tankfahrzeug hat würde umgehend ins Katastrophengebiet eilen, um Geld zu machen. Damit würde das Angebot rasend schnell steigen. Unternehmer würden sich Lieferwagen mieten und diese mit Stromgeneratoren füllen, um diese zu erhöhten Preisen vor Ort zu verkaufen. Dies würde es Bedürftigen ermöglichen, ihre Heizungen zu betreiben. Aktuell gibt es keine überteuerten Stromgeneratoren, weil es eben keine gibt…
Sobald der erste Probleme bekommt sein Benzin oder seinen Generator für den letzten Höchstpreis abzusetzen, würde er den Preis verringern. Dies würde eine Preisspirale in Gang setzen, die letztendlich wieder zu einer Normalisierung der Preise führen würde.

Populismus und Sozialismus statt Hilfe
Wenn Chris Christie, der Gouverneur von New Jersey, erklärt, er werde mit voller Härte gegen Wucherer vorgehen, so stellt er sicher, dass unkritische Medien und ungebildete Menschen ihm zujubeln. Hurra, unser Gouverneur sorgt dafür, dass wir nicht ausgebeutet werden. Dummerweise sorgen er und all seine Kollegen, ja die ganze Politik von links bis rechts, mit dieser Preiskontrolle und Gleichmacherei eben auch dafür, dass die Bedürfnisse nicht einfach mittels Angebot und Nachfrage gedeckt werden können. Populismus und Ignoranz siegen also über Vernunft.
Würde man „Wucher“ erlauben, so wäre das Problem in wenigen Tagen im Griff gewesen.

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