Es gibt keine moralische Äquivalenz zwischen Israel und der Hamas

Im Konflikt zwischen Israel und der Hamas ist beispielhaft für einen Konflikt, bei dem beide Seiten eine größere moralische Unterschiedlichkeit zeigen und daher eine eigene Positionierung ermöglichen – und verlangen!

In der aktuell letzten Runde des Schlagabtauschs zwischen der Hamas und Israel schlug nach einigen Tagen des Kampfes Ägypten eine Waffenruhe vor. Israel akzeptierte, doch die Hamas feuerte stundenlang  weiter Rakete auf Rakete auf israelische Ortschaften und Städte. Während die Hamas auf Zivilisten schoss, betreibt Israel die größten Anstrengungen um Opfer unter der Zivilbevölkerung zu vermeiden. Die israelischen Streitkräfte werfen Flugblätter ab, setzen Warnungsmunition, sogenannte „roof knocker“, Raketen ohne Sprengkopf die ein Haus erbeben lassen ohne es zu zerstören, ein und rufen sogar die Palästinenser an, um sie zu warnen. Eine solche Preisgabe des Überraschungsmoments ist in der modernen Kriegsführung eine Seltenheit, wenn nicht gar einzigartig.

Operation Protective Edge

Benjamin Netanjahu fasste den Unterschied zwischen beiden Seiten in einem Satz zusammen: „Wir setzen Raketen ein um unsere Zivilisten zu schützen und sie setzen ihre Zivilisten ein um ihre Raketen zu schützen.“  Tatsächlich rief der Sprecher der Hamas, Sami Abu Zhri dazu auf, sich auf die Dächer von Häusern zu begeben, die angegriffen werden sollen.

Selten gibt es in einem Konflikt deutlicher ein gut und ein böse. Selten sind die moralischen Unterschiede zwischen beiden Seiten deutlicher zu erkennen. Dennoch hält dies die Presse, aber auch Politiker wie Frank-Walter Steinmeier, nicht davon ab, von einer „Spirale der Gewalt“ zu sprechen.

Eine solche Gleichsetzung der militärischen Reaktion Israels auf den Beschuss seiner Zivilisten ist absurd, impliziert die „Spirale der Gewalt“ doch, dass Israel mit seinem Wunsch seine Bürger zu verteidigen die Hamas zu nur noch mehr Angriffen anstachle und auf einer moralischen Stufe mit der Terrororganisation der Hamas stehe. Doch welchen Sinn sollte Israel überhaupt darin sehen, eine „Spirale der Gewalt“ zu befeuern?

Die Hamas hat diesen letzten Waffengang mit der Ermordung dreier Jugendlicher begonnen. Als Verbrecher sich mit der grausamen Ermordung eines palästinensischen Jugendlichen rächen wollten, nutzte sie dies als Anlass um zur Rache aufzurufen. Dabei waren die Mörder des Jugendlichen längst in Haft und erwarten ein Gerichtsverfahren, an dessen Ende eine schwere Bestrafung stehen wird. Der Verteidigungsminister hat gar eine Behandlung als Terroristen gefordert.

Während auf israelischer Seite Schwerstverbrecher als solche behandelt werden, feierte die Hamas die Ermordung der drei Jugendlichen als Sieg. Kein Wunder, steht doch in Artikel 7 ihrer Charta das erklärte Ziel der Organisation: Die Vernichtung Israels und die Ermordung aller Juden!

Apologeten der Organisation erklären, sie wehre sich doch nur gegen die Besatzung ihres Landes. Tatsächlich ist Gaza seit 2005 „judenrein“, als die letzten verbliebenen Siedler unter den Augen und vor laufenden Kameras der Weltpresse von israelischen Soldaten mit Gewalt von den Dächern ihrer Synagogen im Gazastreifen gezerrt wurden und aus dem Streifen geschafft wurden. Nicht nur alle Siedler, auch alle Soldaten wurden aus dem Gazastreifen abgezogen.

Als klares Zeichen für den Wunsch nach einer friedlichen Koexistenz wurden auch weitere vier Siedlungen im Westjordanland geräumt, während den Bewohnern Gazas 3.000 Gewächshäuser übergeben wurden, die bis dato Gemüse und Blumen für den Export produziert hatten. Israel hatte den klaren Wunsch, Gaza als Modell für eine friedliche Koexistenz beider Völker zu etablieren. Selbstverständlich gab es damals auch keine Blockade, die auch jetzt mitten im Waffengang keinerlei wichtige Güter abhält.

Doch was war die Reaktion der Palästinenser , die dank Israel nun erstmals im Gazastreifen eine Möglichkeit zur Selbstbestimmung hatten, was ihnen zuvor weder vom Osmanischen Reich, noch von den Ägyptern oder Briten ermöglicht wurde? Zunächst zerstörten sie die Gewächshäuser in einer „Gazakristallnacht“ zusammen mit allen Synagogen um anschließend die Terrororganisation der Hamas zu wählen.

Diese nutzte die Chance eines selbstbestimmten Gazastreifes nicht, um das Gebiet mit Hilfe der Milliardensubventionen aus dem Westen in ein Singapur des Nahen Ostens mit traumhaften Sandstränden zu verwandeln, sondern verwandelte das ganze Gebiet in eine einzige Raketenabschussbasis, die massiv untertunnelt ist und Bunker und Waffenlager in Wohnhäusern, Schulen und Krankenhäusern enthält.

Statt eine florierende Tourismusindustrie und eine brummende Wirtschaft aufzubauen, investierte die Hamas in tausende Raketen, Mörser, Panzerfäuste, Maschinengewehre und sogar in Drohnen.

Dabei ist noch nicht einmal ein militärischer Sinn erkennbar, schließlich ist das israelische Iron Dome System so effektiv, dass Verluste unter der israelischen Zivilbevölkerung nahezu vollständig vermieden werden können, was sogar Mahmoud Abbas zu der Frage verleitete, was die Hamas denn überhaupt mit den Raketen bewegen wolle.

Der einzige Sinn dieses Verhaltens ist es, israelische Reaktionen zu verursachen. Indem die Hamas den Beschuss israelischer Zivilisten massiv intensiviert, muss Israel militärisch antworten. Durch seine Verwendung von menschlichen Schutzschilden und der Anlage ihrer Stellungen in Wohngebieten, Schulen, Moscheen und Krankenhäusern erzwingt die Hamas unnötig hohe zivile Opfer. Damit erzeugt sie weltweite mediale Aufmerksamkeit, die bereitwillig von den üblichen Verdächtigen unter den Medien, wie z.B. Spiegel Online, aufgegriffen werden. Dort berichtet man von „Israelischen Angriffen„, wenn das Land nach langem Beschuss endlich reagiert.

Dieses bereitwillige Opfern der eigenen Bevölkerung durch die Hamas ist ein klares Kriegsverbrechen, dessen Opfer die Hamas dann als Kriegsverbrechen der Israelis verkauft. Es dient allerdings auch der Legitimation der Hamas, die davon lebt die Menschen in ihren Einflussbereich zu Hass und Mordlust anzustacheln, während zivile Opfer gleichzeitig dabei helfen Israels Legitimität in der Welt anzuzweifeln und das Land zu dämonisieren. Israel tut dabei, wie oben geschildert, sein Bestes, um zivile Opfer zu vermeiden, was Benjamin Netanjahu zu der berechtigten Aussage brachte, Israel sei die einzige Seite in diesem Konflikt, die an der Schonung des Lebens palästinensischer Zivilisten interessiert sei.

Es ist den Israelis hoch anzurechnen, dass sie trotz dieses Wahnsinns und der Omnipräsenz von Feinden seit der Existenz ihres modernen Staates nach wie vor ihre Menschlichkeit bewahren. Oder wie einmal gesagt wurde: „Die Palästinenser können nicht, wie sie wollen und Israel will nicht, wie es könnte.“ Das große Glück der Palästinensischen Zivilbevölkerung ist dabei, dass der Kriegsgegner der Hamas Israel ist. Es gibt andere Mächte dieser Welt, die in den letzten 30 Jahren bewiesen haben, wie sie mit solch einer Situation umgehen würden.

Angesichts dieser nachprüfbaren Fakten kann es keine moralische Äquidistanz zwischen Israel und der Hamas geben. Hier kämpft ein zivilisierter Staat gegen eine Terrororganisation und hat all unsere Solidarität und Unterstützung dabei verdient.

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