Ein ehrlicher Blick auf Abtreibungen

Ende März 2016 wurde aus Polen bekannt, dass möglicherweise in naher Zukunft ein Gesetz verabschiedet werden könnte, das Abtreibungen nicht nur fast vollständig verbieten würde, sondern sie sogar mit bis zu fünf Jahren Gefängnis bestrafen würde. Und während in Deutschland Abtreibungen kein Thema mehr sind, sind sie doch bei jeder Wahl in den USA ein heiß debattiert. Die Haltung der Kandidaten zur Abtreibung kann dabei entscheidend für ihren Erfolg bei den Wahlen sein, so wichtig ist das Thema für die Amerikaner. Währenddessen findet man Bilder wie dieses hier in sozialen Netzwerken:

Nope. She doesn't have a point!

Nope. She doesn’t have a point!

 

Abtreibung und Mord

In fast jedem Land der Welt ist es legal, Spermien von der Befruchtung einer Eizelle mit Hilfe eines Kondoms abzuhalten. In hoffentlich jedem Land ist es jedoch illegal, ein einjähriges Kind „abzutreiben”. Stattdessen wird der zweite Fall wohl hoffentlich überall als Mord bestraft. Das bedeutet, irgendwo dazwischen wird die Verhinderung eines Kindes, die „Abtreibung” in praktisch jeder Gesellschaft zum Mord. Dieses Umstandes muss man sich bewusst sein, wenn man über Abtreibung redet. Letztendlich kann man nur darüber diskutieren, wann eine Abtreibung zu Mord wird, nicht ob sie es irgendwann wird. Auch darüber sollten sich eigentlich alle einig sein.

So plädieren einige Wissenschaftler dafür, Kinder auch kurz nach der Geburt legal töten zu dürfen, da ein Kindsmord ja auch nichts anderes als eine Abtreibung sei. Für Christen hingegen ist die befruchtete Eizelle selbst bereits zu schützen, da aus ihr ein Mensch werden kann.

Und hier kommen wir zu dem entscheidenden Punkt. Während das Spermium und die Eizelle vor ihrer Verbindung nur organische Masse sind, wird diese organische Masse nach der Befruchtung zu irgendeinem Zeitpunkt zu einem Menschen. Dieser hat, und das ist das wichtige, alle Menschenrechte. Er hat ein Anrecht auf den Schutz seines Lebens. Er hat ein Anrecht auf körperliche Unversehrtheit, etc.

Ob man den Übergang von „Biomasse zu Mensch” nun direkt bei der Befruchtung ansetzt, wie der Christ, oder später, bleibt jedem selbst überlassen. Ist es der Moment des ersten Herzschages, der Moment, an dem der Fetus wie ein Mensch aussieht oder der Moment, an dem der Embryo außerhalb des Körpers der Mutter (im Brutkasten) lebensfähig ist? Diese Frage kann ich für Sie nicht beantworten, aber diese Frage muss durch den Gesetzgeber beantwortet werden, jeweils nach aktueller Mehrheit im Parlament. Ist dieser Zeitpunkt jedoch passiert, so wird die Abtreibung tatsächlich zum Mord, weil es ab dann die Tötung eines Menschen ist. Das heißt, dass Abtreibung selbstverständlich Mord sein kann.

 

Es ist mein Bauch

Eines der beliebten Argumente ist, dass Frauen sagen „Es ist aber mein Bauch”. Stimmt. Und Dein Haus ist dein Haus. Deshalb darfst Du dennoch nicht jeden darin erschießen.

Diese Analogie ist, so unpassend sie zunächst scheint, dabei durchaus hilfreich. Ein eingeladener Gast darf von der Hausherrin nicht erschossen werden, sonst ist es Mord. Ein bewaffneter Einbrecher kann dagegen nach den Gesetzen fast jedes Landes erschossen werden. Dies wäre die Ausnahme, die selbst viele christliche Abtreibungsgegner zu machen bereit sind: Dass sie Frauen die Abtreibung bei Inzest und Vergewaltigung erlauben wollen. Weil da gesagt wird, dass das Recht auf körperliche Unversehrtheit der Mutter (zunächst, schließlich wird die Abtreibung auch in diesen Fällen nicht beliebig lang geduldet) wichtiger ist, als das Recht eines befruchteten Eis oder Fötus auf seine körperliche Unversehrtheit.

Denn, und auch hier muss man sich wiederholen: „Liebe Frau. Es mag Dein Bauch sein, aber ab irgendeinem Zeitpunkt ist darin eben ein Mensch, der auch das Menschenrecht auf Leben hat. Nur weil er in Deinem Bauch ist, darfst Du einen Menschen aber nicht töten.”

 

 

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