Die Brexit-Gegner verstehen nichts!

Auch außerhalb Großbritanniens entzweit die Entscheidung, die EU zu verlassen, die Gesellschaften. Heftigst wird diskutiert und teilweise groß auf Facebook angekündigt, man habe alle Brexit-Befürworter aus seiner Freundesliste gesäubert. Dabei verstehen die Gegner des britischen Austritts offensichtlich überhaupt nichts.

 

Es gab gute Gründe für den Austritt

Es scheint geradezu als Blasphemie empfunden zu werden, dass jemand nicht in der EU sein will. In der Heftigkeit der Reaktionen scheint es an andere Zeiten zu erinnern. Überall wird betont, dass nur bestimmte demographische Gruppen für den Austritt gestimmt hätten und den anderen ihre Zukunft rauben würden. In Symbolbildern oder gar im Text selbst implizieren deutsche Medien, dass die Austrittsbefürworter eigentlich alle Rassisten, Rechtsextreme und Nazis gewesen sind. Im deutschen Staatsfernsehen wird gleich ganz darauf verzichtet, Befürworter des Brexits zu zeigen. Vielmehr begnügt man sich damit, am Boden zerstörte Briten zu zeigen, als gäbe es nur sie. Dabei zeigten die Spitzen der EU auf dem Fuße, warum der Austritt erfolgte. Sie kündigten an, jetzt noch mehr Europa machen zu wollen.

Glauben all diese Leute, dass die Briten gerne auf all die Vorteile der EU verzichten? Dass sie problemlos in über 20 Staaten einreisen können und sich auch spontan dazu entscheiden können, dort ein Unternehmen zu gründen oder ihren Lebensabend im Warmen zu verbringen? Selbst überlege ich, in einigen Monaten nach Lissabon zu ziehen. Brauchen werde ich kein Visum, keine Aufenthaltsgenehmigung und ich werde nichts investieren müssen. Ich kann einfach in das EU-Land ziehen und dort auch einen Job annehmen, wenn mir danach ist.

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Natürlich verzichten auch die Briten nicht freimütig und unbedacht auf solche Dinge. Vielmehr haben sie einfach die Schnauze voll gehabt, von einer völlig durchdrehenden EU-Bürokratie. Von Spitzenkräften mit hunderttausenden Jahresgehalt, die niemand gewählt hat und die niemand kennt. Aber für die jeder bezahlen muss. Von vielen tausend Beamten, die mehr Gehalt aus Steuergeldern bekommen, als ihre Staatschefs. Von einer Bürokratie, die ihnen vorschreibt wie stark ihr Staubsauger sein darf und welche Beschaffenheit ihr Topflappen zu haben hat. Davon, dass Mecklenburg-Vorpommern ein Gesetz für Seilbahnen erlassen muss, ohne überhaupt eine einzige davon zu haben. Aber auch von einem erneuten Versuch eines europäischen Großprojekts unter deutscher Führung, bei dem die Kanzlerin einfach Millionen Fremde nach Europa einlädt um anschließend zu erklären, sie müssten jetzt aber auf alle Länder umverteilt werden. Nicht umsonst war es erstmals nach den Silvesterpogromen, dass die Austrittsbefürworter die Mehrheit in den Umfragen hatten.

Während die EU ihre Bürger gängelt und dies allzu oft danach aussieht, als tue sie es nur, weil sie es kann, erweist sie sich nach außen viel zu oft als zahnlos. Wenn aber eine europäische Gemeinschaft über den Freihandel hinaus eine Rechtfertigung hätte, dann weil sie nach außen gerichtet ist, nicht nach innen. Eine EU müsste zahnlos nach innen und hart nach außen sein. In der Realität ist sie das Gegenteil. Ihre Außenpolitik dient vor allem der Versorgung von Politikern und ist weitgehend bedeutungslos, während sich die EU nach innen als Diktator gebärdet.

Die wenigsten Bürger der EU haben etwas gegen eine europäische Wirtschaftsgemeinschaft. Wohl aber gegen diktatorischen Regulierungs- und Bürokratiewahnsinn durch ungewählte, dem Wähler nicht verantwortliche Kommissare, Beamte und Berufspolitiker. Wenn die Brexit-Gegner das nicht verstehen, wenn sie nicht lernen Maß zu halten, bei ihrem Wahn alles aus dem undemokratischen Elfenbeinturm in Brüssel bestimmen zu lassen, dann wird der Brexit nicht der letzte Austritt gewesen sein.

Nicht der Brexit macht die EU kaputt, sondern ihre eigenen Führungskräfte.

 

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Ein Gedanke zu „Die Brexit-Gegner verstehen nichts!

  • Hallo Thorsten!
    Mal wieder ein sehr gelungener Beitrag, der den Nagel auf den Kopf trifft.

    Was mir noch bei dieser unsäglichen Berichterstattung aufgefallen ist, dass man alle, auf dem Land lebenden, älteren Briten, die ja mehrheitlich für Brexit gestimmt haben, als „Ewiggestrige und „der Jugend ihre Zukunft Verbauer“ betitelt hat. Als ob die keine Ahnung und eigentlich kein Recht hätten, abzustimmen.
    Dazu noch die Petition mit den angeblichen 2,5 Millionen Briten, die eine neue Brexit Abstimmung fordern, aber gleichzeitig verschwiegen wird, dass die Petition Europaweit ins Leben gerufen wurde und lediglich ca. 350.000-400.000 Briten unterschrieben haben. Von der gleichen Presse, die verschweigt, dass fast 4 Millionen Deutsche eine Petition gegen TTIP unterschrieben haben….. und man wundert sich ERNSTHAFT über den Begriff „Lügenpresse“

    Schönen Sonntag und beste Grüße
    Marc

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