Der Krieg des Sisyphos

Israel verdient unsere Solidarität

Und wieder einmal geht der unendliche Krieg in eine nächste Runde. Mit ihren letzten massiven Bombardierungen israelischer Städte und Dörfer forderte die Hamas die israelischen Streitkräfte zu einer massiven Reaktion heraus, die aktuell gerade erfolgt. Das frustrierende dabei ist, dass dieser jetzt ausbrechende Krieg nur einer von Vielen sein wird, da er nicht dauerhaft beendet werden wird.

Hamas steht standhaft zum aussichtslosen Widerstand
Die Charta der Hamas fordert die vollständige Vernichtung des Staates Israels. Außerdem wird der Krieg gegen die Juden gefordert, was eine Einschränkung ihrer eliminatorischen Absichten nicht nur auf Israel beschränkt.
Eine wie auch immer geartete Zweistaatenlösung ist daher für die Hamas inakzeptabel. So lange also die Mehrheit der palästinensischen Bevölkerung sich nicht gegen die Hamas auflehnt und diese Organisation von sich aus zerschlägt, so lange wird die Hamas kämpfen, so lange scheint eine Zweistaatenlösung unmöglich.

Die Hamas versteckt sich hinter Zivilisten
Verschärft wird das Dilemma für die IDF noch durch das mutwillige Nutzen von menschlichen Schutzschilden durch die Hamas. So begab sich deren Chef im Gazastreifen, Ismail Hanyya bei der letzten militärischen Auseinandersetzung umgehend in seinen Bunker, der zufälligerweise unter einem Krankenhaus liegt. Würde Israel einen Enthauptungsschlag führen wollen, was in einem Krieg ja nichts ungewöhnliches wäre, so wären drastische Kollateralschäden damit verbunden. Für Israel ist es inakzeptabel diese Opfer unter der Zivilbevölkerung anzurichten.

Israel muss gegen Möchtegern-Völkermörder antreten.
Israel ist einer der denkbar schlechtesten Lagen überhaupt. Praktisch seit seiner Existenz (im Prinzip auch schon mehrere Jahrzehnte davor) befindet sich Israel im Krieg mit seinen Nachbarn. Nachdem mehrere konventionelle Kriege klar von Israel gewonnen wurden, führen die Gegner Israels heute ihre Vernichtungsabsichten mit Hilfe von Terroristen aus. Es geht nicht mehr um eine konventionelle Auslöschung des Staates, sondern mehr um ein Töten möglichst vieler Israelis. Soldaten werden dabei nicht als Vorrangiges Ziel gesehen, statt dessen wird jeder Israeli angegriffen, ob mit Selbstmordanschlägen oder Raketen. Wie pervers diese Logik ist, wie fest die Unterstützung für Terroristen ist, zeigt der Tausch des Mörders Samir Kuntar (nebst vieler anderer Gefangener) gegen die Leichen zweier israelischer Soldaten. Samir Kuntar, der unter Anderem ein drei Monate altes Baby auf dem Gewissen hat, bekam einen Staatsempfang mit Militärparade bei seiner Rückkehr in den Libanon.

Israel fehlt der Friedenspartner
Laut Umfragen will 85% der Palästinenser Israel nicht anerkennen. Entsprechend ist es schlicht unmöglich, einen dauerhaften Frieden mit den Palästinensern zu finden. Aktuell sind die Führer dieses Volkes keine Partner, und bei einer solchen Ablehnung einer friedlichen Koexistenz ist ein Austausch der Führung, ob durch die Palästinenser selbst, oder von außen, kaum möglich. Israel kann also nur den Status quo bewahren, da eine gewaltsame Lösung aufgrund der eigenen moralischen Prinzipien und des damit verbundenen Verlusts aller Freunde und Verbündeten unmöglich ist.

Wegen des „arabischen Frühlings“ fallen berechenbare Größen weg
Israel konnte sich auf Mubarak im gewissen Rahmen verlassen. Die ägyptischen Behörden bekämpften den Waffenschmuggel, wenn auch nur mit beschränktem Erfolg. Heute jedoch werden riesige Raketen erfolgreich in den Gazastreifen geschmuggelt.
Auch hielt Mubarak die Grenze zu Gaza geschlossen, wenn Israel dies wünschte. Heute hingegen ist die Mutterorganisation der Hamas in Ägypten an der Macht. Israel war bereits gezwungen, Ägypten um eine Verringerung der Truppen auf dem Sinai zu bitten, weil Ägypten seine militärische Präsenz dort vergrößert hat.
Auch hat der ägyptische Präsident bereits Reden gehalten, in denen er die „Befreiung Jerusalems“ ankündigt und zum Ziel erklärt. Das einzige was ihn momentan noch davon abhält den Friedensvertrag zu kündigen ist wohl nur der Punkt, dass die USA umgehend die jährlichen Zahlungen in Milliardenhöhe einstellen würde, auf die das ägyptische Militär jedoch dringend angewiesen ist.
Auch der jordanische König gerät zunehmend unter Druck, während Assad, mit dem bereits mehrfach geheime Friedensverhandlungen liefen, in wenigen Monaten durch eine vermutlich radikalislamische Regierung ersetzt sein dürfte. Auch die Türkei hat sich unter Erdogan von einem Verbündeten und Freund weit in Richtung offene Feindschaft bewegt.

Israel könnte die Hamas wohl zerschlagen
Ein militärischer Sieg über die Hamas scheint möglich. Der Mossad scheint genügend Agenten im Gazastreifen zu haben, um über praktisch jeden Terroristen, jedes Waffenlager und jede Abschussbasis Bescheid zu wissen. Entsprechend könnte ein gepanzerter Vorstoß entlang der ägyptischen Grenze den Gazastreifen vom Waffennachschub aus Ägypten, und die Hamasführung von einer Flucht dorthin abschneiden. Anschließend könnte in einer mehrwöchigen Bodenoffensive jedes bekannte Hamasmitglied verhaftet, oder bei Gegenwehr getötet werden. Auch könnte man gegen jeden Schmugglertunnel vorgehen und jedes bekannte Waffenlager ausheben.
Die diplomatischen Folgen wären dabei allerdings wohl fatal. Schon jetzt beruft Israel 75.000 Reservisten ein, obwohl weitaus weniger für eine Gazaoperation benötigt sein dürften. Dies lässt darauf schließen, dass die israelische Regierung es für nötig hält, genügend stehende Reserve gegenüber einer Ausweitung des Konflikts nach Norden und Süden bereit zu halten.

Israel müsste den Gazastreifen wirklich abschnüren
Doch selbst wenn die Hamas so zerschlagen wird, wozu wird das führen? Wem sollte Israel die Kontrolle über den Gazastreifen übergeben? Der Fatah, die ebenfalls ihre, momentan allerdings weitgehend inaktiven, Terrorgruppen unterhält? Oder sollte man sich dem massiven diplomatischen Dauerfeuer einer dauerhaften Wiederbesetzung unterziehen, die zu laufenden Anschlägen gegen die eigenen Soldaten in Gaza führen würde?
Für eine wirkliche Beruhigung der Lage müsste Israel wohl einen ein bis zwei Kilometer breiten Streifen zu Ägypten besetzen, von allen Einwohnern räumen – was natürlich eine Vertreibung wäre und damit nicht machbar ist – und anschließend von der errichteten Pufferzone aus jeden Schmugglertunnel mittels eigener Bohrungen fluten. Wäre dies verbunden mit einer stärkeren Einschränkung der Lieferung und Sanktionen, so wäre der Beschuss aus Gaza wohl weitgehend abstellbar. Da aber beispielsweise die Quassam-Raketen mit einem Gemisch aus Zucker und Dünger angetrieben werden, müsste Israel auch die Zuckerzufuhr strengen Regulierungen unterwerfen und nach Angriffen möglicherweise beenden. Außenpolitisch ist das nicht zu vermitteln, innenpolitisch will man die Palästinenser offensichtlich nicht im Mindesten in Mithaftung für die Hamas nehmen. Ansonsten wären tägliche Lieferungen von etwa 80 LKW-Ladungen auch während der laufenden Militäraktion wohl kaum zu erklären.
Eine dauerhafte militärische Lösung scheint so unmöglich, eine politische ist es ebenfalls.

Israels moralische Prinzipien verhindern eine militärische Lösung
Israel ist, und das verdient größte Hochachtung, trotz bald 70 Jahren Krieg nicht von seinen moralischen Grundsätzen abgerückt. Nach wie vor versuchen die israelischen Streitkräfte stets, unschuldiges Leben zu schützen. Sie behandeln sogar verwundete Terroristen in ihren Krankenhäusern. Gefasste Terroristen, die Selbstmordattentäter werden wollten, werden medizinisch behandelt und erhalten die Möglichkeit, in Haft Ausbildungen und Schulabschlüsse zu machen.
Selbstverständlich kommt es natürlich auch immer wieder mal zu Übergriffen durch israelische Soldaten. Auf vorbildliche Art und Weise wird ein solches Fehlverhalten jedoch strafrechtlich geahndet, und ein sich falsch verhaltender IDF-Soldat landet dann durchaus gerne einmal hinter Schwedischen Gardinen.
Diese moralische Standhaftigkeit führt jedoch dazu, dass der Konflikt unlösbar bleibt. Im Prinzip kann man es so zusammenfassen: Die Palis können nicht so, wie sie wollen, während die Israelis nicht so wollen, wie sie können. (Dieser Satz müsste ursprünglich von heplev stammen, ich kann mich aber nicht mehr erinnern.)

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