Das Ende des Chinesischen Bürgerkriegs 1948/49

Chiang Kai-Shek. Eine solche Paradeuniform trug er allerdings fast nie. Er gab sich immer bescheiden und bediente sich, trotz aller Kleptokratie in der KMT, nie an den Staatsfinanzen.

Nachdem die Schlacht um die Mandschurei verloren war,gab Chiang Kai-Shek den Bürgerkrieg auf dem Festland offensichtlich auf. So wies er seinen Adoptivsohn Chiang Wei-Kuo an, die M3A2 Panzer seiner Panzerdivision (Der Sohn war Panzergeneral, hatte seine Ausbildung an der Militärakademie in München erhalten und war am „Anschluss“ in deutscher Uniform beteiligt gewesen) nach Taiwan zu verschiffen, als noch nicht einmal Peking gefallen war!
Anschließend wies er immer wieder Generäle an, einzelne Städte bis zum letzten zu verteidigen, statt einen strategischen Rückzug hinter den Huang-He oder den Yanktse-Kiang durchzuführen. Jay Taylor glaubt in seiner Biographie über „The Generalissimus„, dass der Gedanke dahinter folgender war: Er wollte eine Zweiteilung Festlandchinas verhindern und zugleich das Aufkommen einer Opposition innerhalb der KMT vermeiden. Hätte die KMT nämlich eine der beiden Flusslinien halten können, so wäre China de facto zweigeteilt gewesen.

Dafür gab er den Bürgerkrieg auf dem Festland verloren, als die KMT 3,4 MIllionen Soldaten gegenüber 2 Millionen CCP Soldaten hatte!
Allerdings war die CCP inzwischen massiv mit sowjetischen Waffen ausgerüstet, die in stetem Strom über die Eisenbahnlinien der Mandschurei an die Front rollten. Die CCP-Soldaten waren vermutlich hoch motiviert, hatten sie doch jüngst große Erfolge erzielt.
Die KMT hatte hingegen einen Prozess der Demokratisierung begonnen, der eine Pressefreiheit mit sich brachte. Dort führte die Linke Presse umgehend ausführliche Berichte über tatsächliche und angebliche Korruption der KMT, die ihren Stand im Land stark schwächte. Im Gebiet der CCP gab es nämlich offiziell keine Korruption und Abweichler wurden kurzerhand ermordet. Daher schien das Gebiet unter Kontrolle der CCP attraktiv, da stabil.
Zugleich raste die Inflation im Gebiet der KMT, schlussendlich mit Inflationsraten von 20 bis 50% pro Tag. Die Soldaten waren teilweise demotiviert, teilweise noch durch inkompetente Warlords geführt, die Chiang Kai-Shek nicht hatte beseitigen können. Dazu war wohl nur etwa 50% der KMT-Soldaten vernünftig bewaffnet, Munition war knapp. 1948 wollten sich die USA nicht in einen chinesischen Bürgerkrieg ziehen lassen und verweigerten daher die Waffenhilfe an ihren alten Verbündeten aus dem 2. Weltkrieg.

Der Plan ging auf, und der chinesische Bürgerkrieg endete (weitgehend) 1949. Trumans Politik des „Raushaltens“ führte dazu, dass Nordkorea ein sicheres Hinterland jenseits des Yalu hatte. Es führte dazu, dass chinesische „Freiwillige“ den Sieg der UNO und Südkoreas über den stalinistischen Norden verhinderte. Er führte dazu, dass 36.000 Amerikaner im nur ein Jahr späte beginnenden Koreakrieg fielen. Er führte dazu, die noch Anfang 1949 nationalchinesischen Provinzen Yunnan, Guangxi und Guangdong in die Hände der CCP fielen. Diese unterstützte von dort aus die Viet Min zunächst im Indochina-krieg gegen Frankreich. Die Kriegskosten wurden dabei zu weiten Teilen von den USA übernommen, die zugleich Waffen ohne Ende lieferten. Chiang hatte vergeblich um Waffenlieferungen und um Geld zur Stabilisierung der Währung gebeten.

Nachdem die Viet Min Frankreich bei Dien Bien Phu besiegten, wurde Vietnam in der Indochina-Konferenz zweigeteilt. Den Süden unterstützen die USA zunächst mit Waffen, dann mit Militärberatern und schließlich mit hunderttausenden Soldaten. Wieder fielen zigtausend Amerikaner.

Wegen der Weigerung der US-Regierung unter Truman, Chiang Kai-Shek mit Geld und Waffen, und im Zweifelsfall vielleicht auch mit Luftschlägen zu unterstützen, hatte langwierige Folgen. So konnte die CCP sich ganz auf Stalin verlassen, der eine Konfrontation mit den USA ausdrücklich bis zur sowjetischen Kernwaffe vermeiden wollte. Ein bestimmtes Eingreifen der USA hätte wegen des Monopols auf Kernwaffen den Bürgerkrieg also vermutlich gestoppt und Chiangs Regierung Zeit zur Reorganisation gegeben. Mit genügend Hilfe hätte Chiang auch gewinnen können.

Heute gibt es in Asien eine kommende Weltmacht, die den USA nicht freundlicher als nötig eingestellt ist, die jede Diktatur der Welt unterstützt und Völkermörder wie den Präsidenten Sudans Umar Hasan Ahmad al-Baschir mit Waffen und Geld unterstützt.
Heute droht Nordkorea den USA mit Angriffen durch Kernwaffen, was zumindest einzelne Analytiker für möglich halten (mittels EMP über eine Atombombe, die im Orbit über den USA gezündet wird. Die Waffe soll sich entsprechend bereits im Orbit befinden, als Resultat des jüngsten „Satellitenstarts“).
Resultat von Trumans Politik ist aber auch die kommunistische Übernahme Vietnams, Laos und Kambodschas. Auch Pol Pot ist das Ergebnis eines rotchinesischen Festlands und nur mit einem roten China denkbar.

Die 1947 verfasste Truman-Doktrin half der KMT übrigens nicht…

Das alles war das Resultat von Nichteinmischung. Das alles war das Resultat von verweigerten Waffenlieferungen. Es mag auch Gegenbeispiele geben, aber Obiges sollte man sich auch vor Augen führen, wenn man „Waffenlieferungen in Krisengebiete“ ablehnt. Zig (!) Millionen Menschen wären vielleicht nicht ermordet worden…
Ceterum censeo Taiwan muss mit Waffen beliefert werden.

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