Bargeldverbot: Der nächste Mosaikstein ist gesetzt

Bei der Umsetzung einer EU-Richtlinie hat der Bundestag jetzt den nächsten Mosaikstein in Richtung Bargeldverbot gesetzt. Ich hatte schon mehrfach darauf verwiesen, dass die Bundesregierung in diese Richtung gehe und warum das so gefährlich ist.

Sobald das Gesetz in Kraft tritt, dürfen Händler keine extra Gebühren mehr bei bargedloser Zahlung fordern, ob das nun Kartenzahlungen, Überweisungen oder Lastschriften sind. Dies wird für Ladengeschäfte, wie auch für den Internethandel gelten.

 

Bargeldlos kostet

Nun hatte ich selbst einen Onlineshop und ein Ladengeschäft und kann daher aus erster Hand zwei Dinge bestätigen: Es kostet den Händler etwas, wenn er bargeldlose Zahlungen annimmt und er versucht, die Weitergabe der Gebühr zu vermeiden.

Praktisch jeder Händler nimmt beim bargeldlosen Verkauf Dienstleister in Anspruch. Wenn man die Kreditkartennummer eines Kunden erhält, kann man mit dieser als Händler überhaupt nichts anfangen, ohne dass man ein gesondertes Unternehmen mit dem Einzug des Geldes beauftragt. Mit der Nummer selbst kann man nicht bei Visa anrufen und „von der Nummer gehen jetzt 48,99 Euro an mich“ sagen.

Diese Mittelsmänner helfen einerseits bei der Abwicklung und sichern meist den Verkäufer vor Zahlungsunfähigkeit oder Betrug seitens des Kunden ab. Entweder, indem die Zahlungen garantiert oder die Kunden vor Annahme der Zahlung auf Solvenz überprüft werden. All das kostet etwas und schlägt sich in Gebühren nieder, die der Händler zu entrichten hat.

Als Verkäufer versuche ich dabei, diese Kosten nicht weiterzugeben, weil ein Markt herrscht. Wenn ich für meine Waren beim Verkauf mit Kreditkarte Gebühren erhebe, die Konkurrenz aber nicht, dann kauft der Kunde, wann immer möglich, bei der Konkurrenz. Daher versucht jeder Händler, Kartengebühren nicht direkt an den Kunden weiterzugeben.

Sind die Margen jedoch extrem klein und die verkaufte Menge gering, bleibt den Händler oft nichts anderes mehr übrig, als Gebühren weiterzugeben, will er keine Verluste machen. Wenn jemand eine Tankstelle in Grenznähe betreibt, werden viele Kunden nur für 10 Euro tanken, weil sie für eine volle Tankfüllung ins billigere Nachbarland fahren. Wenn es stimmt, dass Tankstellen nur zwei bis drei Cent je Liter verdienen, würde der Gewinn der Tankstelle bei einem 10 Euro Tankvorgang also bei etwa 15 bis 20 Cent liegen. Bei den meisten EC- und Kreditkartenanbietern sind die Gebühren hier höher.

Ein Händler kann solch einen Verlust gelegentlich wegstecken, nicht aber, wenn er bei der Mehrzahl der Kunden anfällt. Er muss die Gebühren also weitergeben.

 

Die Regelung wird dem Kunden schaden

Darf der Händler die Kosten nicht mehr weitergeben und sind die Margen nicht groß genug, bleiben ihm nur wenige andere Optionen. Er kann die Preise erhöhen, um Kartenzahlungen einzupreisen. Dann zahlen auch die Bargeldzahler mehr. Bei dem obigen Beispiel der grenznahen Tankstelle werden dann noch mehr Kunden zum Tanken ins Nachbarland abwandern. Am Ende gibt es die Tankstelle nicht mehr und der Besitzer hat seinen Lebensunterhalt und die Kunden ihre lokale Tankstelle verloren.

Da der Umsatz die Gebühren für bargeldloses Bezahlen mitbestimmt, sind große Händler deutlich bevorzugt. Aldi und Lidl zahlen garantiert weniger pro Kartenzahlung als der kleine Tante-Emma Laden, der in einer drastisch schlechteren Verhandlungsposition an die Unternehmen herantreten musste. Der kleine Laden wird also seine Preise erhöhen müssen, um die Kartengebühren einpreisen zu können, was ihn noch weniger konkurrenzfähig zu den Großen macht. Eine Reihe kleiner Unternehmen wird daher dicht machen.

Eine Verweigerung von Kartenzahlungen kommt normalerweise nicht in Frage, da die Konkurrenz Kartenzahlungen annimmt und einen daher ebenfalls dazu zwingt.

 

Es gibt nichts gratis

Schon Milton Friedman sagte: „There’s no such thing like a free lunch“ – Es gibt kein Gratis Mittagessen. Die Gebühren müssen immer gezahlt werden. Ob direkt oder indirekt macht nur den Unterschied, dass sie indirekt meist höher sind und durch jeden bezahlt werden müssen, egal ob er die eingepreiste Leistung in Anspruch nimmt oder nicht.

Am Ende ist das so, als würden Hotels verpflichtet werden, immer Frühstück anzubieten. Naivlinge würden nun jubeln: „Super, immer gratis Frühstück“, nur dass das Frühstück dann selbstverständlich bei jedem Zimmerpreis mit eingerechnet wäre. Wenn Sie ein Wochenende mit einer Städtereise verbringen, wollen Sie vielleicht in besonderen Cafés frühstücken, nicht im Standardhotel der 08/15-Kette. Dann würden Sie jetzt das Frühstück doppelt bezahlen müssen. Das Gleiche natürlich, wenn sie nur Kaffee und Kippe als normales „Frühstück“ konsumieren.

Für die Kunden wird es also teurer, doch was bedeutet es für die Freiheit?

 

Mehr Kartenzahlungen sind das Ziel, weniger Bargeld die erwünschte Folge

Wie schon bei allen anderen Schritten, ist auch hier das Bargeldverbot das Ziel. Wenn keinerlei Gebühren mehr anfallen, nirgends, werden immer weniger Menschen überhaupt Bargeld mitnehmen, weil die Hürde zum Bezahlen mit Karte immer weiter sinkt.

Da sich das Risiko von Überfällen bei nur wenigen Kunden nicht mehr rechnet, werden immer mehr Unternehmen gar kein Bargeld mehr annehmen, wie es in Schweden bereits Alltag ist. Irgendwann wird der Staat dann erklären, es brauche gar keines mehr. Spätestens dann ist die totale Überwachung der Bürger möglich, weil der Staat wissen kann, wofür man wie viel Geld ausgibt. Welche Konsequenzen das haben kann, habe ich bereits erörtert, weshalb ich einfach auf die unten stehenden Artikel verweise.

Das Bargeldverbot ist ein Generalangriff auf die Freiheit

Die Zeichen stehen am Horizont

 

 

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